Kartellrechtsverfahren gegen Microsoft

Zum Auftakt der mündlichen Anhörung im Kartellrechts-verfahren gegen Microsoft hat sich der Software-Konzern am Montag erneut gegen den Vorwurf gewehrt, sein Monopol missbraucht zu haben.
Microsoft habe nichts getan, was den Konkurrenten Netscape vom Markt verdrängt hätte, sagte Microsoft-Anwalt Richard Urowsky vor einem Berufungsgericht in der US-Hauptstadt Washington. Schon die weite Verbreitung Internet-Browsers von Netscape zeige, dass der Vorwurf haltlos sei. Microsoft war in die Berufung gegangen, nachdem ein Gericht wegen Kartellrechtsverstößen die Zerschlagung des größten Software-Konzerns der Welt angeordnet hatte.
Ausgangspunkt des Rechtsstreits war eine Kartell-Klage des US-Justizministeriums und von anfangs 20 US-Bundesstaaten gegen Microsoft gewesen. Dabei ging es im Kern darum, dass Microsoft seinen Internet-Browser Explorer mit dem Betriebssystem Windows verknüpfte. US-Bezirksrichter Penfield Jackson hatte geurteilt, Microsoft habe dadurch seine Marktmacht bei Windows missbraucht, um den Vertrieb von Explorer zu fördern. Deshalb solle der Konzern in zwei Unternehmen zerschlagen werden.
Nach amerikanischem Gesetz darf ein Unternehmen eine Monopolstellung in einem Geschäftsfeld nicht dazu missbrauchen, eine marktbeherrschende Position in einem anderen Bereich zu erlangen. Die Anhörung dauert bis Dienstag.

