Montag, 26. Februar 2001

Daimler will Chrysler und Mitsubishi sanieren

Der Vorstand des angeschlagenen japanischen DaimlerChrysler-Partners Mitsubishi Motors hat am Montag einen umfangreichen Sanierungsplan abgesegnet. Für die Restrukturierung der US-Sparte hat DaimlerChrysler rund vier Milliarden Euro eingeplant. Bereits 2002 soll der Umschwung geschafft sein.

Der Konzern teilte am Montag anlässlich seiner Bilanzpressekonferenz mit, für 2001 werde ein Restrukturierungsaufwand von drei Milliarden Euro verbucht. In den Folgejahren könnten weitere Belastungen von bis zu einer Milliarde Euro nötig werden.

Chrysler werde im laufenden Jahr voraussichtlich einen operativen Verlust zwischen 2,2 und 2,6 Milliarden Euro erwirtschaften. Schon im Jahr 2002 soll Chrysler in die Gewinnzone zurückkehren. 2003 wird für die US-Sparte bereits mit einem operativen Gewinn von mehr als zwei Milliarden Euro gerechnet.

Vier Meilensteine

Der Turnaround-Plan ist in vier finanzielle und operative Meilensteine gegliedert. Bis Mitte 2001 will die Chrysler Group die Belegschaft um 12.000 Mitarbeiter reduzieren und den "Jeep Liberty" einführen. Bis Ende 2001 sollen die Belegschaft um 19.300 Mitarbeiter verringert und die Materialkosten um mehr als fünf Prozent gesenkt werden. Geplant ist bis zu diesem Zeitpunkt auch die Anpassung von Produktionskapazitäten wie das Streichen von Schichten oder die Reduzierung der Bandgeschwindigkeiten sowie die Schließung des Getriebewerkes in Toluca. Ferner soll bis Herbst 2001 der neue "Dodge Ram" eingeführt werden.

Der operative Verlust soll Ende 2001 den Planungen zufolge zwischen 2,2 und 2,6 Milliarden Euro liegen. Bis Ende 2002 sollen die Produktionskosten weiter reduziert und weitere 4.200 Mitarbeiter entlassen werden. Avisiert ist ferner die Einführung des neuen "Dodge Viper". Bis Ende 2003 soll der Abbau der Belegschaft um insgesamt 26.000 Mitarbeiter abgeschlossen sein, die Materialkosten sollen dann gegenüber 2000 um 15 Prozent gesenkt worden sein. Geplant ist darüber hinaus die Einführung des neuen "Dodge Durango".

Gesamtkonzern: Operativer Gewinn bricht ein

Im Gesamtkonzern rechnet der deutsch-amerikanische Konzern für das laufende Jahr ohne Berücksichtigung der Milliardenkosten mit einem Rückgang des operativen Gewinns auf 1,2 bis 1,7 (Vorjahr 5,2) Milliarden Euro. Im Jahr 2002 solle der operative Gewinn dann auf 5,5 bis 6,5 Milliarden Euro und im darauf folgenden Jahr auf 8,5 bis 9,5 Milliarden Euro zunehmen. Für das erste Quartal 2001 kündigte Daimler einschließlich der Einmaleffekte einen operativen Verlust von 3,8 bis 4,3 Milliarden Euro an.

Im Jahr 2000 war der operative Gewinn des Konzerns durch die Probleme bei Chrysler um die Hälfte auf 5,2 Milliarden Euro gesunken. Das Ergebnis der US-Tochter brach durch die Verluste im zweiten Halbjahr auf 531 Millionen Euro nach 5,19 Milliarden Euro im Vorjahr ein. Die Sparte Pkw Mercedes/Smart steigerte ihren Betriebsgewinn bereinigt um Einmaleffekte um sechs Prozent auf 2,874 Milliarden Euro. Unter Berücksichtigung von Rückstellungen für die Altautoverordnung sei der Gewinn aber auf 2,145 Milliarden Euro gesunken.

Umsatz geht um 14 Prozent zurück

Für das laufende Jahr rechnet DaimlerChrysler außerdem mit einem Umsatzrückgang von 14 Prozent auf 140 Milliarden Euro. Bis zum Jahr 2003 sollen die Gesamtverkäufe von Produkten und Dienstleistungen auf 148 Milliarden Euro anwachsen. Der Gewinn im Jahr 2001 wird nach Einschätzung von DaimlerChrysler unter dem 2000er-Ergebnis liegen. Für das Jahr 2002 erwarten die Stuttgarter eine Verbesserung beim Ertrag und schwarze Zahlen für das Jahr 2002. Zwischen 2001 und 2003 will der deutsch-amerikanische Konzern insgesamt 43 Milliarden Euro investieren.

26.2.2001 11:58