Führung im Weltcup ausgebaut

Felix Gottwald hat in Sapporo den nächsten Schritt in Richtung Gesamt-Weltcup getan. Der 25-jährige Salzburger lief am Sonntag im drittletzten Bewerb der Saison vom sechsten Platz nach dem Springen auf Platz drei nach vor.
Sein einzig verbliebener Konkurrent Ronny Ackermann aus Deutschland musste mit Platz elf vorlieb nehmen, damit hat Gottwald in der Gesamtwertung bereits 219 Punkte Vorsprung. Den Sieg in Sapporo holte sich der Norweger Kristian Hammer 0,8 Sekunden vor dem Finnen Samppa Lajunen, Gottwald lag nur 1,4 Sekunden zurück.
"Das Rennen selbst ist für mich gar nicht schlecht gelaufen", meinte der Zeller, "es war enorm viel Gegenwind und sehr schwer zu laufen, aber ich habe mit Lajunen bald auf Bjarte-Engen Vik aufgeschlossen." Der Doppelweltmeister von Lahti konnte das Tempo der Beiden aber ab dem Zeitpunkt nicht mehr halten, als auch Hammer aufschloss. Hammer, Gottwald und Lajunen setzten sich dann bald deutlich vom Feld ab. "Hammer hat das Tempo gemacht, aber bei dem starken Gegenwind und dem Schneefall zu Beginn ist man vorne ohnehin nicht wirklich weg gekommen."
Gottwald schonte deshalb seine Kräfte, wollte im Zielsprint auch attackieren. "Aber im gleichen Zeitpunkt hat auch Hammer Tempo gemacht, ich war dann auf der Außenspur, damit hatte ich keine Chance, noch an den beiden vorbei zu kommen. Es war dann ziemlich klar." Doch konnte das österreichische Aushängeschild mit dem elften Podestplatz bei 15 Saisonrennen durchaus zufrieden sein. "Ich habe meinen Vorsprung wieder ausgebaut, beim Finale am Holmenkollen ist jetzt wirklich alles drinnen."
Doch auf Zahlenspiele will sich Gottwald trotzdem nicht einlassen. "Mir würde zwar ein siebenter Platz reichen, aber damit will ich gar nicht rechnen. Schließlich hat der Bewerb dort viel Tradition, also würde ein Sieg auch nicht schaden, oder?" Zudem will sich Gottwald auch noch die
"Spezialwertung" im Sprint-Weltcup, in der er im Moment ebenfalls mit 80 Punkten Vorsprung in Führung liegt, holen.
Mario Stecher und Michael Gruber fielen auf der schwierigen Loipe etwas zurück, Stecher landete schließlich auf Platz 13, Gruber wurde 18. Sehr stark präsentierte sich dafür Christoph Eugen, der mit der fünftbesten Laufzeit noch vom 31. Platz auf den 22. Rang nach vor schob.
Am Abend wartete auf Gottwald und Co. noch eine Sayonara-Party, die sich aber kurz halten dürfte. "Ich bin am Abend noch vom japanischen Prinzen eingeladen", meinte der Zeller. Am Montag geht es dann für die nordischen Kombinierer via London nach Oslo. "Mit dem Weltcup-Finale sind wir dann einen Monat unterwegs gewesen, ich bin dann schon froh, wenn ich wieder ein Mal nach Hause komme." Zumindest wird er in Oslo aber "Verstärkung" aus der Heimat bekommen, denn seine Freundin Alexandra kommt nach Norwegen.
Weltcup-Stand (nach 15 von 17 Bewerben):
1. Gotwald 1.505 Punkte
2. Ackermann 1.286
3. Vik 999
4. Hammer 990
5. Rygl 867
6. Lajunen 830.
Weiter:
9. Eugen 674
11. David Kreiner (AUT) 559
20. Christoph Bieler (AUT) 329
24. Gruber 307
47. Stecher 131
Nationencup:
1. Österreich 3.560
2. Deutschland 3.361
3. Norwegen 3.352
4. Finnland 2.318
