Donnerstag, 1. März 2001

Weltrekordweite nach Umbau möglich

Drei Tage nach der Rückkehr von der WM in Lahti reisten Österreichs Skispringer am Donnerstag zum nächsten Schauplatz. Auf dem Programm stehen am Samstag und Sonntag zwei Skiflug-Weltcup-Bewerbe in Oberstdorf (jeweils 12.45 Uhr).

Rot-Weiß-Rot ist mit einer achtköpfigen Mannschaft im Allgäu vertreten. Noch vor zwei Monaten war Alois Lipburger am ersten Tournee-Schauplatz Cheftrainer gewesen, nun führt Toni Innauer aus bekannten Gründen die Regie.

"Zielsetzung für Oberstdorf ist, dass das in Lahti erarbeitete Leistungsniveau auf der Skiflug-Schanze zum Tragen kommt", meinte Innauer. In Sachen Motivation so kurz nach dem Saisonhöhepunkt sieht der Vorarlberger keine Schwierigkeiten. "Die Springer sind während der WM in Form gekommen, jetzt gilt es, dies bei den weiteren Springen umzusetzen." Immerhin fehle dem Team heuer auch noch ein Weltcupsieg. Innauer hofft auf stabile Windbedingungen, die beim Skifliegen besonders wichtig sind.

Widhölzl wieder dabei

Ein Teil der Mannschaft trainierte schon Mittwoch in Ruhpolding, auch Andreas Widhölzl unter der Leitung von Harald Haim. Die Wogen zwischen Innauer und Widhölzl nach dessen Nicht-Nominierung in Lahti dürften sich geglättet haben. "Ich habe mit ihm telefoniert, er hat sich anständig verhalten und auch zum Titel gratuliert. Er ist guter Dinge, natürlich wäre er gerne dabei gewesen", erzählte Innauer. International erwartet der ÖSV-Cheftrainer vor allem einen starken Martin Schmitt. "Er ist im Skifliegen einsame Klasse und in der Luftarbeit das Maß aller Dinge."

Neuer Weltrekord möglich

Die Heini-Klopfer-Skiflugschanze wurde seit dem bisher letzten Bewerb, der Skiflug-WM vor drei Jahren, noch einmal umgebaut. Natürlich um den Zuschauern neue Rekordweiten zu bieten. Der Auslauf wurde um drei Meter nach unten gesetzt. Auf Grund der baulichen Veränderungen sind Flüge bis in den Bereich der von Andreas Goldberger gehaltenen Weltrekordmarke von 225 Metern möglich, den Schanzenrekord hält Dieter Thoma mit 209 m (1998).

Bisher haben übrigens sieben Österreicher (insgesamt 30 Mal) die 200-m-Marke geknackt: Goldberger übertraf die 200 m schon 14 Mal (so oft wie kein anderer Springer), Widhölzl sechs Mal, Martin Höllwarth fünf Mal, Thomas Hörl zwei Mal sowie Stefan Horngacher, Wolfgang Loitzl und Reinhard Eberl je ein Mal.

Doping-Skandal: "Heilsamer Schock für Langlauf-Szene"

Natürlich beschäftigt auch Innauer der nach den Weltmeisterschaften eskalierte finnische Doping-Skandal. Gerade für die Gastgeber-Nation ist dies natürlich besonders bitter. "Es ist ein heilsamer Schock für die Langlauf-Szene. Man kann das als Aufruf zu einer absoluten Runderneuerung verstehen, auch in Bezug auf die Präsentation dieses Sports."

Seine persönliche Zukunft als Cheftrainer will Innauer noch überdenken. "Diese Position war in meiner mittelfristigen Lebensplanung nicht drin, das muss jetzt in aller Ruhe diskutiert werden."

1.3.2001 10:30