Stern von Vorgänger Clinton im Sinken

US-Präsident George W. Bush hat einen Monat nach seinem Amtsantritt deutlich an Popularität gewonnen. Nach einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage bewerteten 53 Prozent der Befragten die bisherige Regierungsarbeit von Bush als gut oder sehr gut. 31 Prozent zeigten sich zufrieden, während nur 12 Prozent die Arbeit von Bush als schlecht bezeichneten.
Von den 601 befragten Wählern gaben 50 Prozent an, bei einer neuerlichen Wahl Bush erneut zum Präsidenten wählen zu wollen. Nur mehr 43 Prozent der Befragten sprachen sich für seinen Herausforderer bei der Präsidentschaftswahl im November, Al Gore, aus.
Der Stern von Bushs Vorgänger Bill Clinton ist hingegen im Sinken. Hatte Clinton während seiner zweiten Amtszeit durchgehend Sympathiewerte von mehr als 60 Prozent, sackte er nun auf 40 Prozentpunkte ab. 58 Prozent der Befragten gaben an, Clinton wenig oder gar nicht positiv einzuschätzen. Clinton steht derzeit wegen fragwürdiger Begnadigungen am Ende seiner Amtszeit im Kreuzfeuer der Kritik.
Drei ehemalige Berater Clintons erklärten unterdessen vor dem Kongress, der Ex-Präsident habe ihre Bedenken gegen die umstrittene Begnadigung des Steuerflüchtlings Marc Rich ignoriert. "Die Mitarbeiter informierten den Präsidenten, dass es unsere Ansicht war, die Amnestie nicht zu gewähren", sagte Clintons ehemaliger Stabschef John Podesta vor einem Untersuchungsausschuss des Kongress. Fast alle Berater hätten sich gegen die Begnadigung des in die Schweiz geflüchteten Bankiers ausgesprochen.
Neben Podesta sagten auch die Ex-Berater Bruce Lindsey und Beth Nolan aus, dass Clinton keine Gegenleistungen für die Begnadigung bekommen und es keine rechtlichen Unregelmäßigkeiten gegeben habe. Geld habe bei der Amnestie keine Rolle gespielt, betonte Podesta. Er räumte vor dem Kongress jedoch ein, dass Clinton vielleicht einen Fehler bei Richs Begnadigung gemacht habe. Auf Sitzungen wenige Tage vor dem Ende der Amtszeit Clintons sei es zu heftigen Debatten über die geplante Amnestie gekommen, sagten die Berater.
