Weiter tägliche Evakuierung von Tausenden

Bei der brutalen Verfolgung von aus anderen Teilen Indonesiens auf Borneo angesiedelten Bewohnern sind bisher 469 Menschen getötet worden.
In den vergangenen zehn Tagen waren Urweinwohner der Dayak-Völker brutal mit Speeren und Macheten gegen angesiedelte Bewohner von der Insel Madura vorgegangen und hatten die unbeliebten Zuwanderer erstochen und teilweise enthauptet. Für den Schutz der Madurer hat die Regierung in Jakarta Soldaten in die Provinz auf Borneo entsandt.
Megawatis Ziel war die Stadt Sampit mit ihrem Flusshafen, in die sich Zehntausende von Flüchtlingen begeben hatten, um den Verfolgungen zu entkommen. Wegen der blutigen Unruhen wurden am Donnerstag erneut rund 3.000 Menschen per Schiff evakuiert. Die Flüchtlinge sollten von Sampit in einer knapp 30-stündigen Fahrt zur Insel Java gebracht werden, sagte der Kapitän des Militärschiffes, Apok Rachman. Während die Flüchtlinge auf das Schiff gingen, trieben im Wasser mehrere geköpfte Leichen. Ein weiteres Schiff mit Platz für 6.000 Menschen sollte weitere Menschen in Sicherheit bringen.
In Jakarta demonstrierten am Donnerstag mehr als tausend Studenten gegen Präsident Abdurrahman Wahid, der sich gegenwärtig auf einer zweiwöchigen Auslandsreise in Afrika befindet. Wegen der Unruhen auf Borneo haben auch frühere Anhänger Wahids den Präsidenten aufgefordert, sofort nach Indonesien zurückzukehren. Die demonstrierenden Studenten forderten zum Teil den Rücktritt des Präsidenten. Auf einem Transparent zu Wahid hieß es: "Komm zurück oder komm überhaupt nicht mehr."
