Donnerstag, 1. März 2001

Haider: "Schröder - ein Koffer in Berlin"

Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider zog Mittwoch Abend in seiner Rede beim "Politischen Aschermittwoch" in Ried eine politische Bilanz über das abgelaufene Jahr.

Dabei lobte er vor allem die Leistungen der FPÖ in der Regierung und kritisierte immer wieder die von den EU-Staaten verhängten und später wieder aufgehobenen Sanktionen gegen Österreich. Dabei holte er vor allem zu einem Rundumschlag gegen jene Kräfte in Österreich aus, von denen die Sanktionen ausgegangen seien und gegen ausländische Politiker, die sie befürwortet hätten.

Haider: "Schröder - ein Koffer in Berlin"

Über den deutschen Kanzler Helmut Schröder sagte Haider: "Wir haben noch einen Koffer in Berlin - singen die Deutschen. Da meinen's den Schröder, der im neuen Zentralraum Berlin tätig ist". Zum deutschen Aussenminister Joschka Fischer kommentierte er im Zusammenhang mit der Diskussion um seine politische Vergangenheit, er sei eigentlich kein Grüner mehr, denn wo er hinhaue, wachse kein Gras mehr.

"Ja wenn das so ist, dass Terroristen wie der Herr Fischer Minister und Staatsmänner werden können, da würde das ja heißen, dass man demnächst auch freigelassene Mörder zu Gerichtspräsidenten machen muss oder Bankräuber zu Präsidenten der Nationalbank erklären muss, damit also die Symetrie in diesem Land wieder hergestellt gestellt ist.

Das ist nicht die Welt, die wir uns vorstellen. Ganoven gehören hinter Gitter und nicht in hohe Ämter dieser Republik", sagte Haider.

Wüste Beschimpfung Chiracs

Haider erinnerte zudem daran, dass er den französischen Ministerpräsidenten Chirac beim politischen Aschermittwoch im Vorjahr als "Westentaschen-Napoleon" bezeichnet habe. Das sei ihm geblieben, in jedem zweiten Kommentar in französischen Zeitungen werde er so bezeichnet.

Chirac habe den Österreichern eine Vorlesung halten wollen, wie die Demokratie in Österreich zu organisieren sei. "Das wäre glatt so, als würde eine Kurtisane eine Vorlesung über Moral und Anstand halten wollen".

Er habe Chirac zum Aschermittwoch nach Ried laden wollen, dieser habe aber abgesagt, weil er ein Ausgehverbot wegen des laufenden Korruptionsverfahrens habe. "Zum Zeitvertreib hat er sich neue Vorhänge im Elyseepalast angeschafft, damit er sich an die schwedischen Gardinen seiner Nachpräsidentschaft gewöhnen kann", so Haider.

1.3.2001 08:15