Neues Buch in den USA hat Debatte entfacht

Altbundespräsident Kurt Waldheim hat sich erfreut über ein in den USA neu erschienenes Buch gezeigt, das dem Jüdischen Weltkongress (WJC) vorwirft, in der Waldheim-Affäre eine "Hetzjagd" gegen seine Person geführt zu haben.
"Auch in den dunkelsten Stunden habe ich die Hoffnung nie aufgegeben, dass die Wahrheit eines Tages ans Licht kommt. Umso mehr freue ich mich, dass diese Entwicklung jetzt beginnt", erklärte Waldheim am Mittwoch in einer schriftlichen Stellungnahme.
"Ich bin überzeugt, dass die große amerikanische Demokratie die Stärke hat, Fehler zu erkennen und zu korrigieren", fügte Waldheim in dem Schreiben hinzu. Ein Telefongespräch mit der APA zur neu aufgeflammten Debatte über die Affäre lehnte der Altbundespräsident ab.
Ein kürzlich in den USA erschienenes Buch behauptet, der Jüdische Weltkongress habe mit seinen Angriffen auf den ehemaligen UNO-Generalsekretär und späteren österreichischen Bundespräsidenten Kurt Waldheim andere Motive gehabt, als diesem Nazi-Verbrechen anzuhängen. Als Leiter des WJC sei es Edgar Bronfman in erster Linie darum gegangen, den Ruf des WJC als eine der herausragenden (high profile) jüdischen Organisationen aufrecht zu erhalten, schreibt der Autor, Harold H. Tittman III, in "The Waldheim Affair: Democracy Subverted".
Die Kampagne gegen Waldheim sei eine "gewaltige Publicity" für den WJC gewesen, zitiert Tittman Edgar Bronfman. Der wichtigste Beweggrund sei nicht gewesen, Waldheim als Nazi-Kriegsverbrecher anzugreifen, sondern die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf den Holocaust zurückzuführen, damit dieser nicht in Vergessenheit gerät. Gut publizierte Streitfragen wie die Waldheim-Affäre und später die Angriffe auf die Schweizer Banken hätte diesen Zweck erfüllt, schreibt der Autor in seinem 129 Seiten umfassenden Werk: "Dass Waldheim mit dem Holocaust nichts zu tun hatte, schien Bronfman nicht zu stören, solange die Presse fleißig über die WJC-Vorwürfe über Waldheims angebliche Rolle beim Transport griechischer Juden nach Auschwitz berichtete."
Tittman, ein Absolvent der Yale Law School, ist ein Amerikaner, der in den letzten 30 Jahren als Anwalt in Europa gearbeitet hat. Er habe keinerlei Verbindung zu Waldheim und zur Regierung Österreichs, betont sein Verleger, Olin Frederick. Die Affäre habe ihn interessiert, weil er davon überzeugt sei, dass Waldheim unfair behandelt wurde.
