Ermittlungen wegen illegalen Goldverkaufs

Die serbische Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den ehemaligen jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic wegen illegalen Verkaufs von 173 Kilogramm Gold in der Schweiz. Das serbische Innenministerium hat die Staatsanwaltschaft in Belgrad mit Ermittlungen beauftragt.
Den Erlös aus dem Verkauf des aus Serbien stammenden Goldes soll der Ex-Diktator auf Konten mehrerer Firmen in Griechenland und auf Zypern transferiert haben.
Der serbische Vizepremier Zarko Korac sagte am Mittwoch im Zusammenhang mit anderen Ermittlungen gegen Milosevic der Belgrader Zeitung "Blic", diese hätten schon erste Ergebnisse gebracht. Korac zeigte sich davon überzeugt, dass am Ende gegen den Ex-Diktator Anklage erhoben wird. Bis jetzt gebe es Beweise gegen Milosevic bei Verstößen gegen die Finanz- und Immobiliengesetze. Die Ermittlungen lägen in Händen des Innenministeriums, der Staatsanwaltschaft und der Finanzpolizei.
Nach Angaben einer Quelle der in Serbien regierenden Koalitionsregierung DOS müsste Milosevic spätestens bis zum 10. März verhaftet werden. Dies sei die "letzte Frist" für seine Verhaftung, lautete die von der Nachrichtenagentur Beta am Mittwoch verbreitete Stellungnahme, in der dies nicht näher erläutert wurde.
Wie aus der DOS-Quelle verlautete, soll Milosevic wegen "sehr ernster Straftaten" inhaftiert werden. Dabei wurden "finanzielle Machenschaften", aber auch Mord und Entführung von Menschen aufgezählt. Milosevic wird ferner der ungesetzliche Erwerb einer Luxusvilla in Belgrad zur Last gelegt. Die Behörden verfügten schon jetzt über wichtige Beweise gegen Milosevic, aber auch über Aussagen von Personen, die mit der Spitze des ehemaligen Regimes zusammengearbeitet hätten, berichtete Beta.
