Donnerstag, 1. März 2001

US-Präsident versprach sich: "Todesstrafe ist ungerecht"

Bei den Menschenrechtsorganisationen hätte es wohl einen Sturm der Begeisterung ausgelöst. Aber die jüngste Äußerung von George W. Bush zur Todesstrafe war kein Versprechen, sondern ein Versprecher.

Der US-Präsident versprach sich und bezeichnete die Todesstrafe bei einem Auftritt vor 4000 Leuten als "ungerecht". In Bushs Rede ging es um die Erbschaftssteuer, die in den USA auch "Todessteuer" genannt wird. Der frühere Gouverneur von Texas ist ein entschiedener Befürworter der Todesstrafe. In seiner sechsjährigen Amtszeit wurden 152 Todesurteile vollstreckt.
Bush sagte: "Diejenigen von uns, die einige Zeit in der Landwirtschaft oder im Herzen Amerikas verbracht haben, wissen, wie ungerecht die Todesstrafe ist - die Todessteuer ist." Schnell stellte er klar: "Ich will nicht die Todesstrafe, sondern nur die Todessteuer loswerden." Die Menge quittierte den Versprecher und die Berichtigung mit Lachen.

1.3.2001 11:50