Montag, 26. Februar 2001

Karenzgeld: FP-Zierler gegen ÖGB-Vorschlag

Die ÖGB-Frauen forden ein einkommensabhängiges Karenzgeld statt dem geplanten "Kindergeld für Alle". Konkret heißt dies: Je höher das Einkommen ist, desto höher soll das Karenzgeld sein.

Die Karenzzeit soll demnach auf zwei Jahre ausgedehnt werden, nach Einkommen gestaffelte Zulagen sollen das Karenzgeld von derzeit 5.600 auf bis zu 15.000 Schilling erhöhen. "Ein Modell, das auch mehr Väter motivieren könnte, in Karenz zu gehen", wie ÖGB-Frauenvorsitzende Renate Csörgits meint. Mit dem ÖGB-Modell sei garantiert, dass das Karenzgeld weiterhin eine Versicherungsleistung bleibe und keine Familienleistung werde.

Beim Kindergeld, das nach dem Willen der Regierung ab 2002 das Karenzgeld ablösen soll, seien noch zahlreiche Fragen offen, betonte die stellvertretende ÖGB-Frauenchefin Christine Gubitzer (FCG). Der Kündigungsschutz für junge Mütter sei derzeit ungeklärt, ein Recht auf Teilzeitarbeit und sei nicht vorgesehen. Im ÖGB-Modell würde der Kündigungsschutz dagegen auf 28 Wochen erweitert.

Die Finanzierung des "Karenzgeld Plus" solle sowohl aus dem Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) als auch aus der Arbeitslosenversicherung erfolgen.

Karenzgeld: FP-Zierler gegen ÖGB-Vorschlag

Kommt überhaupt nicht in Frage", lautet die Reaktion von FPÖ-Generalsekretärin Theresia Zierler auf das von den ÖGB-Frauen vorgeschlagene einkommensabhängige "Karenzgeld Plus". Das ÖGB-Modell bedeute im Vergleich zum Kindergeld ein Jahr weniger Karenz. Hausfrauen, Studentinnen, Bäuerinnen und Selbstständige würden davon überhaupt nicht profitieren, so Zierler.

26.2.2001 15:44