Opposition will lieber "g'scheite Frauenpolitik"

Während sich die Opposition weiterhin über die geplante Männerabteilung von Minister Haupt nicht nur ärgert, sondern auch wundert, sprechen sich einzelne Regierungsmitglieder für den Vorschlag aus.
Negative Reaktionen
Humoristisch ging die stellvertretende Klubobfrau der Grünen, Madeleine Petrovic, an das Thema heran. "Nach der Einrichtung einer Männerabteilung im Sozialministerium, dringen nun weitere skandalöse Pläne des Herrn Frauenministerin an die Öffentlichkeit. Noch diese Woche soll eine Abteilung für Gebärneid und Ödipuskomplex aus der Taufe gehoben werden", sagte Petrovic am Faschingsdienstag in einer Aussendung. Und weiter: Als nächstes werde Haupt "wohl eine Abteilung für Männer einrichten, die von schrillen Frauenstimmen hörgeschädigt sind oder eine Abteilung für Nudelwalkerphobie".
SPÖ-Bundesfrauensekretärin Bettina Stadlbauer erklärte, wenn Haupt aktiv werde, "kann das nur Schlimmes bedeuten". Die Einrichtung einer Männerabteilung zeige klar, dass Haupt die Realität völlig ignoriere.
Nach Ansicht des Unabhängigen Frauenforums lautet das neue Spiel Haupts "Männer gegen Frauen". "Nach arm gegen reich, Inländer gegen Ausländer spielt die Regierung nun zusätzlich Männer gegen Frauen aus", hieß es in einer UFF-Aussendung.
Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl (S) qualifiziert die Einrichtung einer Männerabteilung im Sozialministerium Herbert Haupts als "Unsinn" ab. "Wenn es ein Minister nötig hat, eine Männerabteilung einzurichten, soll er sich in eine Nachdenkphase zurückziehen und überlegen, ob mit ihm alles in Ordnung ist." Er selbst fühle sich nicht diskriminiert, sagte der Wiener Bürgermeister und hat eigenen Worten zufolge keine Vorstellung von den Aufgaben der Abteilung VI/6.
Positive Reaktionen
Die Wiener FPÖ-Spitzenkandidatin Helene Partik-Pable spricht von einer "sehr sinnvollen" Einrichtung. Haupt sei der erste Sozialminister, der sich auch der Probleme der Männer in der Gesellschaft annehme. Frauenangelegenheiten würden durch die Einrichtung einer Männerabteilung jedenfalls nicht vernachlässigt.
FPÖ-Generalsekretärin Theresia Zierler lehnte die Forderung der SPÖ-Frauenvorsitzenden Barbara Prammer ab, die "Halbe-Halbe"-Kampagne wieder aufleben zu lassen. Dass Hausarbeit und Kindererziehung zum Großteil im Verantwortungsbereich von Frauen liegen, könne man sicher nicht mit einer Neuauflage dieser Kampagne lösen. Dazu bedürfe es eines Umdenkprozesses bei Männern, "der sicher auch durch die Einrichtung der Männerabteilung gefördert wird", meinte Zierler.
