Dienstag, 27. Februar 2001

Peres-Anhänger setzten sich durch

Die israelische Arbeiterpartei hat sich Montag Abend bei einer entscheidenden Sitzung für die Bildung einer großen Koalition mit dem rechtsgerichteten Likud-Block ausgesprochen.

Das berichtete der israelische Fernsehsender "Channel One". Nach Angaben des Senders sprachen sich 71 Prozent für eine Partnerschaft mit der Partei des rechtsgerichteten Wahlgewinners Ariel Sharon aus.

Zuvor hatte sich der zum vorübergehenden Vorsitzenden der Arbeiterpartei gewählte Friedensnobelpreisträger Shimon Peres noch einmal nachdrücklich für die Koalitionsbildung stark gemacht.

Nur 750 der 1.700 Delegierten stimmten ab

Wie Radio Israel meldete, stimmten nach einer über fünfstündigen, teilweise stürmischen Sitzung des Zentralkomitees der Arbeiterpartei über 70 Prozent der Anwesenden für den Eintritt in die nächste Regierung. Allerdings beteiligten sich nur 750 der 1.700 Delegierten an der Abstimmung.

Schon zu Beginn wurde die Sitzung wiederholt von lautstarken Protesten unter den Delegierten gestört. Drei Wochen nach der verheerenden Wahlniederlage des amtierenden Ministerpräsidenten Ehud Barak war die Arbeitspartei tief über die Frage gespalten, ob sie eine große Koalition mit der israelischen Rechten eingehen soll.

Peres neuer Verteidigungsminister?

Peres hatte in einer leidenschaftlichen Rede die Beteiligung an einer großen Koalition gefordert. Der Friedensnobelpreisträger gilt nun als Kandidat für das Amt des Außen- oder Verteidigungsministers. Peres vertrat die Ansicht, dass die israelische Bevölkerung angesichts der andauernden Unruhen in den Palästinenser ein Recht auf politische Einheit habe. Im Gegensatz zu dem Senior der Arbeitspartei sprach sich der noch amtierende Außenminister Shlomo Ben-Ami vehement gegen eine Regierungsbeteiligung aus.

27.2.2001 09:28