Sonntag, 4. März 2001

Bossi: "Haider ist ein kleiner Nationalist"

Der Vorsitzende der italienischen Lega Nord, Umberto Bossi, hat dem Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider am Wochenende vorgeworfen, "ein kleiner Nationalist" zu sein.

In einer Wahlrede in der venetianischen Stadt Conegliano Veneto beschuldigte Bossi Haider nach Medienberichten vom Sonntag, an einem Abkommen mit den italienischen Kommunisten zu arbeiten. "Haider war so oft in Italien, weil er an einem Abkommen mit der Linken arbeitet. Alte Nationalisten wie Haider kooperieren mit jenen, die ein zentralisiertes Europa befürworten", sagte Bossi.

Kürzlich hatte der Lega-Chef unterstrichen, dass er und Haider "wie Tag und Nacht" seien. "Es ist beleidigend, mich mit Haider zu vergleichen. Die Lega ist das Gegenteil von Haider, wir sind wie Tag und Nacht. Haider ist für die kleinen Nationalstaaten, wir sind für die Völker. Er ist ein Nationalist, der sein Bundesland zu retten versucht, wir wollen unsere Völker retten", betonte Bossi, der im März 2000 der Mitte-Rechts-Allianz von Silvio Berlusconi beigetreten ist.

Das Thema Haider beschäftigt auch den Bürgermeister von Triest, Riccardo Illy. "Die Mitte-Links-Koalition arbeitet für Föderalismus und einem Europa der Regionen, aber nicht wie Haider dies tut", erklärte Illy in einem Interview mit dem staatlichen Radiosender "Radiouno Rai". "Triest ist eine Grenzstadt. Wir denken an Euroregionen, die die kulturelle Integration der EU-Beitrittskandidaten fördert. Wir wollen die Immigranten in dieses Projekt involvieren, weil sie zu einem Reichtum der neuen europäischen Gesellschaft werden sollen", so Illy.

4.3.2001 19:31