Helene Partik-Pablé im FORMAT-Interview

Helene Partik-Pablé, Spitzenkandidatin der FP Wien, über Suchtmittel, Fußball und ihre 60.000-Schilling-Pension.
FORMAT: Frau Partik-Pablé, die Umfragen zeigen für die FPÖ einen zarten Aufschwung. Ist das Ihr Verdienst?
Partik-Pablé: Der Wandel an der Spitze macht sich sicher schon positiv bemerkbar. Im übrigen ist es kein zarter, sondern ein starker Aufschwung.
FORMAT: Trotzdem geht es Ihnen offenbar nicht gut. Auf einem Ihrer Plakate steht: "Auch ich ärgere mich täglich".
Partik-Pablé: Ich ärgere mich so wie alle Autofahrer, wenn sie im Stau stehen.
FORMAT: Sie ärgern sich als Mutter über Drogen, aber sicher auch darüber, daß Ihre Parteijugend mit "Freibier für alle" wirbt.
Partik-Pablé: Dieser Vergleich ist lächerlich. Ich trinke ja auch hin und wieder ein Glas Bier und bin nicht drogenabhängig.
FORMAT: Ist Alkohol keine Droge?
Partik-Pablé: Alkohol ist eine Droge, aber wir sind gewöhnt, mit Drogen wie Alkohol und Zigaretten umzugehen. Gesund ist beides nicht.
FORMAT: Ein Joint pro Monat ist wohl auch kaum gesundheitsschädlich?
Partik-Pablé: Das ist verboten, und ich bin schon dafür, daß man sich an Gesetze halten muß. Eine Legalisierung von leichten Drogen lehne ich ab.
FORMAT: Bürgermeister Michael Häupl hat angekündigt, bei Wahlverlusten zurückzutreten. Wo liegt denn Ihre Schmerzgrenze?
Partik-Pablé: Die Ankündigung vom Herrn Häupl ist nicht besonders mutig. Das hat er schon bei der letzten Wahl versprochen und nicht eingehalten. Was mich betrifft: Über große Ziele soll man schweigen.
FORMAT: Haider will von der schwarz-blauen Regierung die Rücknahme der Unfallrentenbesteuerung. Was wünschen Sie sich?
Partik-Pablé: Das gleiche. Ich bin im Wahlkampf auch immer wieder mit Kritik an der Besteuerung der Unfallrenten konfrontiert.
FORMAT: Im Wahlkonzept der Wiener FPÖ spielt der Gemeindebau eine große Rolle. Was macht eigentlich ein FP-Funktionär, wenn er dort auf einen eingebürgerten Türken trifft?
Partik-Pablé: Viele eingebürgerte Ausländer in den Gemeindebauten wählen uns, weil sie nicht wollen, daß noch mehr Ausländer in den Gemeindebau kommen.
FORMAT: Bei der letzten Wien-Wahl haben FP-Funktionäre noch gegen Neoösterreicher im Gemeindebau agitiert.
Partik-Pablé: Wir sind nie gegen Neo-Österreicher aufgetreten.
FORMAT: Natürlich. Es hat FP-Aktionen gegeben, da wurden Neo-Österreicher im Gemeindebau mittels Namenslisten geoutet.
Partik-Pablé: Wir haben immer nur gesagt, daß es Gemeindewohnungen für österreichische Staatsbürger geben soll.
FORMAT: Die FPÖ sieht sich gern als Anti-Privilegien-Partei. Wo haben Sie in Ihrer langjährigen Politikerlaufbahn eigentlich auf Privilegien verzichtet?
Partik-Pablé: Ich habe nie Politikerprivilegien gehabt. Mein einziges Privileg als Politiker ist, daß ich vor dem Parlament eine Parkplatz habe, und für den zahle ich auch.
FORMAT: Sie beziehen eine Beamtenpension von rund 60.000 Schilling, obwohl Sie ein Politikergehalt von 102.000 Schilling bekommen.
Partik-Pablé: Ich habe seit meinem sechzehnten Lebensjahr gearbeitet und immer Beiträge bezahlt und mir damit meine Pension redlich verdient.
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