Auch die Konkurrenz tanzt in dieser Nacht

Der Opernball ist fest in der Hand der Highsociety. Manche finden, dass es dort ein bisschen steif hergeht - und vergnügen sich lieber auf anderen Festen. Szene-Insider, Senioren, Schwule und Obdachlose tanzen lieber auf ihrem ganz persönlichen Szene-Highlight.
Der Kleine Opernball im Rathaus findet bereits am Nachmittag statt. Ältere Menschen finden hier zwar nicht viel von der Pracht des großen Balls am Abend, doch den meisten genügt das Ambiente des Wiener Rathauses voll und ganz. Auch wenn die Highsociety während dieses Events gerade ihren Schönheitsschlaf hält, ein paar Politiker haben noch jedes Jahr vorbei geschaut. Das werden sie dieses Jahr erst recht, denn die Wien-Wahl steht vor der Tür.
Der Rosenball war die erste echte Konkurrenz-Veranstaltung zum Opernball und nicht wenige Gäste des letztern fanden sich schließlich bei ersteren ein und hatten bei diesem auch noch wesentlich mehr Spaß. Viel Trubel und Jubel in versteckten Ecken schockieren schon längst nicht mehr, dafür kann jeder seinen Spaß haben. Ort des ungezügelten Frohsinns ist die Szenedisco U4, der Beginn ist um 21:00 Uhr.
Zum Opferball lädt das Obdachlosenmagazin AUGUSTIN alle StadtstreicherInnen und alle Wohnungslosen Wiens am Tag des Opernballs ab 20:00 Uhr in die Sofiensäle. Damit die, denen der Ball zugedacht ist, die Veranstaltung gratis genießen können, zahlen die Nichtobdachlosen 200 Schilling für den Abend. Wen mehr interessiert, was vor statt in der Oper los ist, kann sich auch eine Übertragung der Demo ansehen.

