Wirbel in der Telekom um Marke "Jet2Web"

In der Telekom Austria (TA) tobt ein heftiger Streit um die Marke "Jet2web": Internen Informationen zufolge ist man drauf und dran, die vor einem halben Jahr eingeführte Marke wieder abzuschaffen.
Eine Untersuchung habe ergeben, dass die Marke - bis sie sich in den Gehirnen der Menschen endlich festgesetzt habe - bereits technologisch passé und überhaupt altmodisch sei. Sollte sich diese Erkenntnis operativ durchsetzen, wären geschätzte 2,4 Milliarden Schilling (174,41 Millionen Euro) fehlinvestiert worden.
"Stimmt nicht", kontert TA- Sprecher Martin Bredl. "Jet2web bleibt als Dachmarke auf jeden Fall erhalten, sie wird mit den bisherigen Namen kombiniert." Der Sprecher räumt aber ein, dass sich die Werbekampagne für die neue Marke etwas verzögert habe wegen des Börsengangs.
A1 gegen alle
Besonders heftig gewehrt gegen die Marke habe sich die Mobilkom, die mit A1 ohnehin zwei Marken besitzt, sagen Marktbeobachter. Der Jet zum Web bleibt der Handytochter nun doch nicht erspart, schließlich stehe diese Dachmarke für alle Breitbanddienste des Konzerns.
"Domestiziert" soll A1 auch wirtschaftlich werden. Dafür soll die Gesellschaft von der AG zur GmbH verwandelt werden, zumindest aber will man unter der AG eine "GesmbH & Co KG einziehen", heißt es in TA-Aufsichtsratskreisen. Das hätte den Vorteil, dass die gewinnträchtige Mobilkom in die verlustreiche Bilanz der Mutter hineingerechnet werden könnte. Derzeit wird getrennt bilanziert.
In der ÖIAG hält man davon wenig, denn der Telekom- Konzern werde von den Analysten ohnehin als Gruppe betrachtet. TA-Aufsichtsratsvorsitzender und ÖIAG-Chef Johannes Ditz war zu diesen Plänen zu keiner Stellungnahme bereit. In allen Analysen werden Mutter und Tochter allerdings getrennt untersucht und lediglich in theoretischen Rechnungen kombiniert.

