Montag, 19. Februar 2001

70% Heimischer Insolvenzen sind selbst verschuldet

Sieben von zehn Insolvenzen in Österreich sind laut Kreditschutzverband von 1870 (KSV) selbst verschuldet. Mit dem neuen Programm "Fit for Future" will die Wirtschaftskammer Lösungsvorschläge bereitstellen.

Die häufigsten Signale, die in der Praxis oft übersehen werden, sind nach Angaben des KSV unter anderem hohe Lagerbestände und stagnierende Absätze, steigende Lohnkosten bei gleich bleibenden Umsätzen, steigende Produktionskosten bei konstantem Output, sinkende Liquidität der Kunden und träges Innovationsmanagement - ein Unternehmen braucht laut Experten mindestens fünf Alternativprodukte zum bestehenden Produktsortiment.

Verbesserungswürdig seien in den meisten Fällen auch die Strategien zur Neukundengewinnung. Wie die relativ hohen Ausfallsquoten bei Zahlungen zeigten, sei es speziell am Anfang einer Geschäftsbeziehung wichtig zu wissen, mit wem man es zu tun habe.

In Zusammenarbeit den Wiener Unternehmensberatern wolle der KSV nun die Unternhmen dazu bringen, selbst sensibler auf diese "Alarmglocken" zu achten und rechtzeitig Frühwarnsysteme und professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen, erklärte KSV-Geschäftsführerin Martina Dobringer am Montag vor Journalisten.

Der Unternehmer müsse eine größere Sensibilität für erste Anzeichen entwickeln und sich nicht mit Zweckoptimismus über die "Runden" retten. Außerdem müssten die Betriebe auch den Mut entwickeln, Unterstützung von außen anzunehmen, meint Robert Hotter, Fachgruppenvorsteher Unternehmensberater in der Wirtschaftskammer Wien. "Wenn ein Unternehmenberater im Unternehmen akzeptiert wird und effektiv arbeiten kann, wird das Risiko eine Pleite drastisch reduziert", so Hotter.

Unter dem Motto "Fit for Future" habe man deshalb ein Programm erarbeitet, das zu den oben genannten Punkte den entsprechenden Lösungsansatz bereitstellt, nämlich den Gang zum Unternehmensberater oder zum KSV.

19.2.2001 13:36