Montag, 19. Februar 2001

Rolls Royce, der Inbegriff englischer Tradition

BMW hat angeblich Probleme mit den britischen Behörden. Der bayrische Autohersteller könnte deshalb die Rolls-Royce-Produktion nach Deutschland verlegen, wird spekuliert.

BMW hat nach einem britischen Zeitungsbericht damit gedroht, den Rolls-Royce von 2003 an nicht in Großbritannien, sondern in Deutschland zu bauen.

Bisher plant der Münchener Autohersteller den Bau einer neuen Fabrik in Goodwood in der englischen Grafschaft West Sussex. Da das Gelände aber in der Nähe eines Naturgebietes liege, stoße das Projekt auf Proteste, so die Wirtschaftszeitung "Sunday Business". Auch "The News" aus Portsmouth berichtet über Probleme im Genehmigungsverfahren.

Sollten die örtlichen Behörden keine Baugenehmigung erteilen, will BMW diese Entscheidung den Angaben zufolge akzeptieren und den Rolls-Royce außerhalb Großbritanniens herstellen, entweder in den USA oder - was wahrscheinlicher sei - in Deutschland. In den nächsten sechs Wochen sei mit einer Entscheidung zu rechnen, hieß es in den Zeitungen.

Der BMW-Konzern in München hat mittlerweile die angebliche Pläne für eine Rolls-Royce-Produktion in Deutschland entschieden dementiert. "Da ist überhaupt nichts dran", sagte der Unternehmenssprecher für das Rolls-Royce-Projekt, Fred Fruth, am Sonntag in München.

Die Zeitung hatte eine BMW-Sprecherin mit den Worten zitiert, würde das Werk in Goodwood nicht genehmigt, werde man wahrscheinlich auf eine schon bestehende Fabrik ausweichen, "auf Grund der Notwendigkeit, die Produktion 2003 zu beginnen".

In dem Jahr übernimmt BMW von VW die Rechte für die Marke Rolls-Royce. Bisher hatte BMW betont, der Rolls-Royce könne als Inbegriff englischer Tradition nur auf der Insel gebaut werden.

19.2.2001 10:41