Trainingscamp mit Trainer und Sparring-Partner

Babsi Paulus möchte es noch einmal genau wissen. Nach ihrem letzten Auftritt im Jahr 1998 bereitet sie sich nun auf ein Comeback vor. Zur Vorbereitung reist sie mit Trainer und Sparring-Partner zu einem Trainingscamp nach Florida.
Nach ihrem bisher letzten Turnier-Auftritt auf der Tennis-Tour im September 1998, als sie in der ersten Runde der US Open gegen die Französin Nathalie Dechy 2:6,5:7 verloren hatte, war es um Barbara Paulus ruhig geworden. Genauso still und leise wie sie wegen Verletzungen damals eine Auszeit nehmen musste, bereitet sie sich jetzt auf ihrem Weg zurück vor. Die 30-jährige Hinterbrühlerin reist am Samstag nach Florida, um ihr Comeback für die Sandplatz-Saison weiter vorzubereiten.
Mit ihr in den Flieger steigen auch ihr langjähriger Trainer Peter Eipeldauer und als Sparring-Partner Thomas Fröhlich, einer der besten heimischen Junioren aus dem Wiener Tennis-Verband. Im Sanibal Harbour Resort, dem früheren Trainingscamp von US-Ex-Star Jimmy Connors, wird Paulus in den kommenden vier Wochen nicht nur Schläger- und Materialtests, sondern auch konditionelle Einheiten absolvieren, um wieder durchgehend Turniere bestreiten und an ihre gute alte Zeit anschließen zu können.
Das Areal direkt am Golf von Mexiko gelegen bietet Paulus mit zehn Sandplätzen, einer bestens ausgestatteten Kraftkammer, Gymnastik-Räumen, zehn Leichtathletik-Anlagen mit Sauna-Räumen zum Laufen bzw. Regenerieren, einer Body-Farm und Swimming-Pools optimale und ideale Bedingungen. Die Hinterbrühlerin vom BMTC Mödling, die zuletzt auf der Anlage des Wiener Verbandes trainiert hat, ist seit einem Monaten schmerzfrei und möchte es noch ein Mal genau wissen.
"Ich will beweisen, dass ich es nochmals schaffen, auf die WTA-Tour zurückkehren und auch Erfolg haben kann", sagt die durch viele Verletzungen immer wieder zurückgeworfene Paulus mit Optimismus. Auch der Trainer glaubt fest an seinen Schützling. "Es ist zwar ein harter und steiniger Weg, aber wenn Babsi die Trainingsergebnisse umsetzen kann, sind die Top Ten in der Weltrangliste wieder möglich", meint Eipeldauer. Derzeit wird sie vom Computer als Nummer 60 geführt, wegen der Blessuren wurde ihr Ranking "eingefroren" und die Frist für neun Turniere verlängert.
Gelingt das gewissenhaft vorbereitete Comeback von Paulus, die seit 1997 mit hartnäckigen Problemen im rechten Ellbogen zu kämpfen hatte und deswegen auch hatte operiert werden müssen, und findet sie zu ihrer Form von einst zurück, dann darf ihr einiges zugetraut werden. Immerhin war "Babsi die Erste" im November 1996 die erste ÖTV-Dame, die als Zehnte der Damen-Weltrangliste die Top Ten erreicht hat.
Zu ihren bisherigen Karriere-Höhepunkten zählen auch sechs Grand Prix-Turnier-Siege (Genf 1988, 1990, Warschau 1995, Pattaya 1995, Maria Lankowitz 1996, Warschau 1997), Erfolge über Asse wie Chris Evert, Conchita Martinez, Jana Novotna, Mary Pierce, Zina Garrison, Pam Shriver, Jennifer Capriati, Gabriela Sabatini oder Anna Kurnikowa. Darüber hinaus stand Paulus fünf Mal im Achtelfinale eines Grand Slam-Turniers (New York 1989, 1990, Melbourne 1990, 1995 und Paris 1997) und qualifizierte sich 1990 und 1996 für das WTA-Masters in New York.
