Neuner will deutsche Dominanz durchbrechen

Zum dritten Mal finden am Wochenende in Calgary (Kanada) Rodel-Weltmeisterschaften statt. Bisher reisten die österreichischen Kunstbahnrodler meist als hohe Favoriten in den Olympia-Park.
Dieses Mal sind die Vorzeichen umgekehrt: Die Österreicher, angeführt von Markus Prock, Angelika Neuner sowie Tobias und Markus Schiegl sind nur Außenseiter.
Besonders Prock hat eine wechselhafte Beziehung zu Calgary: 1988 kam er als haushoher Favorit zu den Olympischen Spielen nach Calgary - und scheiterte. Bei den ersten Weltmeisterschaften im kanadischen Eiskanal 1990 war Prock dann der einzige, der mit Silber eine Medaille für das ansonsten verwöhnte rot-weiß-rote Team holte. Bei der WM 1993 gab es mit Bronze im Team-Bewerb und auch bei den Damen durch Doris Neuner dann zwei Medaillen.
Trotzdem will Rodel-Sportwart Karl Rief, der aus gesundheitlichen Gründen in Alberta fehlt, nicht von einer Bahn reden, die den Österreichern nicht liegt: "Ich rechne zumindest mit einer Medaille, die ist Pflicht. Aber es können sogar bis zu vier werden."
Prock nur Außenseiter
Bei den Herren jagt der 36jährige Prock ein Mal mehr seinen "Dauerrivalen" Georg Hackl sowie den überlegenen Weltcupsieger Armin Zöggeler. In acht Weltcuprennen fuhr der Innsbrucker heuer aber nur zwei Mal (je ein Mal Zweiter und Dritter) aufs Podest, weshalb der "Haudegen" diesmal eher als gefährlicher Außenseiter gilt. Titelverteidiger ist der Deutsche Jens Müller, der den Weltcup hinter Prock (3.) als fünfter beendet hat.
Neuner macht Jagd auf die Deutschen
Angelika Neuner jagt die Deutschen, die zuletzt alles in Grund und Boden gefahren und seit 1995 durchwegs Gold geholt haben. "Ich versuche immer, in ihre Phalanx einzudringen. Und in diesem Jahr ist mir das ja ganz gut gelungen", meinte Neuner, die heuer immerhin vier Mal auf Platz drei rodelte und damit auch im Gesamtweltcup Rang drei herausfuhr.
Österreichs Hoffnungen ruhen aber auch auf den beiden Cousins Tobias und Markus Schiegl, die heuer die Zwei-Bahnen-EM für sich entschieden haben.
Österreichs WM-Aufgebot
Herren: Markus Prock, Rainer Margreiter
Damen: Angelika Neuner, Sonja Manzenreiter, Simone Eder
Doppel: Tobias und Markus Schiegl, Andreas und Wolfgang Linger
Programm
Freitag (16:30 Uhr): Teambewerb
Samstag (16:30 Uhr): Doppelsitzer, Damen
Sonntag (16:30 Uhr): Herren
