Angeblich Nachwirkungen des Schleudertraumas

Andreas Widhölzl ist am Mittwoch aus Lahti abgereist. Der 24-jährige Tiroler, der am Dienstagabend wohl zu seiner eigenen Überraschung nicht für das Großschanzen-Team nominiert wurde, wird auch in den Bewerben von der kleinen Schanze nicht mehr an den Start gehen.
Die Begründung: "Sein bei dem Unfall erlittenes Schleudertrauma ist noch nicht so ausgeheilt wie wir das haben wollten, vor allem im koordinativen Bereich hat man das noch gemerkt", erklärte Cheftrainer Toni Innauer.
Dass es auch andere Gründe gibt, gestand auch Innauer indirekt ein. Die Aufstellung nämlich. "Es hat ihn auch verärgert." Noch im Auslauf, ehe der Headcoach die Nominierung bekannt gegeben hatte, waren Goldberger und Widhölzl davon ausgegangen, dass Widhölzl seine Chance bekommt. "Jetzt kann ich mich in aller Ruhe auf Oberstdorf vorbereiten", hatte Goldberger gemeint. Und Widhölzl: "Jetzt beginnt für mich die Weltmeisterschaft. Ich fühle mich, wie wenn ich neu hierher gekommen wäre."
Swider mit Entscheidung nicht einverstanden
"Ihr Journalisten macht den Fehler, dass ihr die Sportler immer sofort nach einem einzelnen Sprung befragt. Sportler denken alle wahnsinnig subjektiv", sagt Innauer dazu. Widhölzl habe aus irgend einem Grund angenommen, im Team zu stehen. Dass "Swider", der vor Beginn der Weltmeisterschaften als Fixstarter gegolten hatte, mit der Entscheidung des Neo-Cheftrainers nicht einverstanden war, liegt auf der Hand. "Er hat die erste Entscheidung wesentlich gefasster aufgenommen als die zweite", meinte Innauer dazu. Widhölzl muss damit also weiter auf seinen ersten Einsatz seit dem Weltcup in Willingen und dem tragischen Unfall warten.
Eigentler als Ersatz
Als Ersatzmann für den Großschanzenbewerb am Mittwochabend wurde kurzfristig Michael Gruber aus der Kombinierermannschaft nominiert. Das war kurzfristig die einzige Möglichkeit. Für die weiteren Bewerbe wird der Tiroler Markus Eigentler eingeflogen. Innauer: "Die FIS ist uns da sehr entgegen gekommen. Auf Grund der besonderen Vorkommnisse in unserem Team durften wir mit Eigentler einen Mann außerhalb der Entry List nominieren. Eigentler ist ja nirgends aufgeschienen."
Andere Alternativen haben sich für den ÖSV nicht aufgedrängt. Stefan Kaiser und Reinhard Schwarzenberger stecken mitten in den Vorbereitungen auf das Skifliegen und Youngster Manuel Fettner war von vornherein kein Thema gewesen. Eigentler hat sich im Kontinentalcup mit Rang zwei in Planica und vor allem dem Sieg auf der Normalschanze in der Ramsau aufgedrängt.
