Dienstag, 20. Februar 2001

Vor dem Ländermatch gegen Kroatien

Zu einem freundschaftlichen Ballgeplänkel wird
es sicher nicht kommen: Zwar spielt Österreich gegen Kroatien offiziell „nur“ ein Freundschaftsspiel, aber für beide Nationalteams geht es in erster Linie um eines: Die Partie ist ein großer Test für die bevorstehenden WM-Qualifikationsspiele.

Nach zwei Spielen (Sieg über Liechtenstein, Remis gegen Spanien) liegt Österreich in der Gruppe 7 am dritten Tabellenplatz – und hat noch alle Chancen auf ein WM-Ticket.

Teamchef Otto Baric über die Bedeutung des Matchs gegen Kroatien: „Kroatien ist eine europäische Spitzenmannschaft, und wir können zeigen, wo wir stehen. Wir spielen in vier Wochen in der WM-Qualifikation gegen Bosnien und Israel.“

Die letzte Begegnung der heimischen Kicker mit Kroatien im April des Vorjahres endete mit einem 2:1-Erfolg für Davor Suker und Co. Für das Spiel verspricht Otto Baric dem Gastgeber aber keineswegs „a gmahte Wiesn“. Der Teamchef in TV-MEDIA: „Wir werden dieses Mal mit Sicherheit mehr Widerstand leisten. Und ich kann mit allen Spielern rechnen, die zuletzt gegen Spanien gewonnen haben.“

Zur Erinnerung: Das letzte WM-Qualifikationsspiel am 11. Oktober gegen Angstgegner Spanien endete 1:1 – schon damals jubelte Baric: „Jetzt habe ich die Mannschaft gefunden, die Österreich 2002 zur WM schießen könnte!“
Angebot an Baric. Auch die kroatische Elf wird gegen Österreich in Rijeka alles andere als lustlos aufspielen. Denn: Erst vor drei Monaten übernahm Mirko Jozic als Cheftrainer die Truppe; die Mannschaft will sich dem Neuen in Bestform präsentieren und ihre Aufstellung rechtfertigen.

Nächste WM-Qualifikationsgegner der Kroaten: San Marino und Lettland – die schwierigeren Spiele gegen die Kontrahenten Schottland und Belgien bestreiten Suker und Co erst im September.

Pikanterie dieser Konstellation: Einige Wochen vor der Bestellung von Mirko Jozic kam eine kroatische Delegation nach Wien. Im Gepäck: ein Angebot an Otto Baric, als neuer Teamchef nach Kroatien zu kommen. Der gebürtige Kroate lehnte ab. Baric in TV-MEDIA: „Ich bin millionenprozentig mit Österreich. Ich bin der Nationaltrainer Österreichs!“ Noch bei der WM ’98 in Frankreich (Kroatien wurde sensationell Dritter) war Baric Co-Trainer der Mannschaft, kurz vor seiner Berufung zum österreichischen Coach trainierte er Zagreb.

Gegen Kroatien wieder im Trikot der österreichischen Nationalelf und voll motiviert: Ivica Vastic, Stürmerstar von Sturm Graz – er fiel gegen Spanien verletzungsbedingt aus –, und seine beiden Klubkollegen Günther Neukirchner und Robert Ibertsberger.

20.2.2001 17:49