Donnerstag, 22. Februar 2001

Fehlender Aufwärmraum ärgert Springer

Bei eisigen Temperaturen von minus 16 Grad, die durch beißenden Wind noch niedriger wirkten, ging Donnerstagmittag das erste Spezialspringer-Training von der Normalschanze in Szene.

Den besten Eindruck aus ÖSV-Sicht hinterließ Martin Höllwarth mit 92,5 und 89,5 Metern. Der 26-jährige Tiroler rechnet sich vom kleinen Bakken am Freitagabend (17.00 Uhr) gute Chancen aus.

Höllwarth, auf der Großschanze mit Rang vier der beste Österreicher, scheint fest entschlossen. "Ich habe mir dank meines kräftigen Absprungs immer schon mehr Chancen auf der kleinen Schanze ausgerechnet. Nachdem es mir schon auf der großen so gut gegangen ist, gehe ich klar auf eine Medaille los", meinte Hölli.

Medaille bei günstigem Wind möglich

Darum schließt Innauer eine Einzelmedaille nicht mehr aus. "Vom Profil her sind wir eher Großschanzen-Springer, aber wenn es hier vom Wind her passt, schätze ich uns für die kleine Schanze relativ gut ein." Der Vorarlberger äußerte sich auch noch einmal zu der vorzeitigen Abreise von Widhölzl: "Natürlich war er sauer. Er wäre nicht einer, der Weltmeister werden will, wenn er es einfach hin nimmt."

Widhölzl trainiert mit Reinhard Schwarzenberger und einigen anderen ab Montag unter Harald Haim in Neustadt-Titisee, wo er sich auf die Skiflug-Bewerbe in Oberstdorf am Wochenende nach der WM vorbereitet.

Mannschaft steht

Jene vier Mann, die bisher in Lahti am Start waren, also Höllwarth, Andreas Goldberger, Wolfgang Loitzl und Stefan Horngacher, sind das Team für den Normalschanzenbewerb. Der für Widhölzl gekommene Ersatzmann Markus Eigentler, ein 20-jähriger Tiroler aus Fulpmes, könnte sich nur unter ganz besonderen Umständen vielleicht in die Mannschaft vom kleinen Bakken springen.

Die Tatsache, dass durch die Verschiebungen nun am Freitag (Normalschanze), Samstag (Großschanze/Team) und Sonntag (NS/Team) drei WM-Bewerbe en suite auf dem Programm stehen, kümmert die Springer weniger. "Wenn die Windbedingungen okay sind, ist das überhaupt kein Problem", sagte Goldberger.

Springer werden tiefgefroren

Für allgemeine Aufregung sorgte der Umstand, dass im Gegensatz zum großen Bakken am Turm des kleinen kein Aufwärm-Raum existiert. "Die veranstalten da jetzt die "27." WM und haben keinen Wärmeraum, sondern nur so einen Vogelsteig", monierte Innauer. Man will nun behelfsmäßig einen gewissen Windschutz einrichten. Ob das reicht? Schließlich sind für Freitag sogar Temperaturen bis minus 25
Grad (!) angesagt ...

Malysz egalisierte im Training Schanzenrekord

Bei neuerlich schwierigen Windbedingungen ging am Donnerstag das erste Normalschanzen-Training der Springer in Szene. Adam Malysz, der nur im ersten Durchgang am Start war, egalisierte mit 99 Metern gleich wieder einmal (inoffiziell) den Schanzenrekord. Bester Österreicher war Martin Höllwarth, der mit 92,5 Metern im ersten Sprung die drittgrößte Weite stand - allerdings mit einer Luke mehr Anlauf als der Pole.

Wichtigste Trainingsergebnisse

Markus Eigentler (AUT)
86,5 m/22. - 85,5/18.
Andreas Goldberger (AUT)
83,5/30. - 88,5/11.
Martin Höllwarth (AUT)
92,5/3. - 89,5/9.
Stefan Horngacher (AUT)
76,0/55. - 77,0/41.
Wolfgang Loitzl (AUT)
84,5/28. - 86,0/16.
Tommy Ingebrigtsen (NOR)
83,5/30. - 96,5/1.
Ville Kantee (FIN)
89,0/13. - 96,0/2.
Martin Schmitt (GER)
91,5/7.
Adam Malysz (POL)
99,0/1.

22.2.2001 15:38