ÖSV-Kleeblatt: Gottwald, Kreiner, Gruber und Eugen

Die ÖSV-Kombinierer sind auch in ihrem dritten Bewerb der Nordischen Weltmeisterschaften für Edelmetall gut. Weltcup-Spitzenreiter Felix Gottwald, der "Leitwolf" in der Mannschaft von Trainer Günther Chromecek, tritt im Sprint am Samstag (10:00/14:00) an, den Medaillen-"Hattrick" zu schaffen.
Nach Bronze im Einzelbewerb und Silber mit der Mannschaft stehen die Österreicher in Lahti nicht mehr unter Druck. "Wir können locker und mit Zuversicht in den Bewerb gehen", sagte Gottwald, der sich über den Wechsel auf die Großschanze freut. Der Sprint wird erstmals bei einer WM durch einen Sprung auf dem großen Bakken (bei der Premiere in Ramsau war es die Normalschanze) und den folgenden 7,5-km-Langlauf entschieden. "Ich bin den ganzen Winter auf Großschanzen gut gesprungen, die liegen mir", gab sich Gottwald zuversichtlich.
Neben dem Pinzgauer, der Fixstarter war, hat Chromecek nach dem durch Wind beeinträchtigten Abschlusstraining am Donnerstag (Abbruch während des ersten Durchgangs) das Trio David Kreiner, Michael Gruber und Christoph Eugen nominiert. Mario Stecher kommt wie schon zum Auftakt nicht zum Zug, Christoph Bieler ist erkrankt.
Stecher, der Vize-Weltmeister von Ramsau, musste in seinem erst vierten Sprung auf einer Großschanze seit fast einem Jahr schon bei 70,5 m zu Boden. "Mario hat die Entscheidung nicht verstanden und entsprechend sauer reagiert", berichtete Coach Chromecek. Der Steirer sei bei den erwarteten wechselnden Bedingungen noch zu unsicher.
Chromecek hatte sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. "Es zählt auch das Verhalten des Athleten, wie mutig er an die Sache herangeht", erklärte der Coach. Gruber (110,5 m/2.) habe ansteigende Form bewiesen, er sei bei wechselnden Bedingungen der beste Springer des Teams. Die Entscheidung fiel zwischen Eugen (79,0) und Stecher. Gottwald (102/7.) und Kreiner (107,5/4.) bewiesen ihre gute Form.
Gottwald erwartet Titelverteidiger und Doppel-Weltmeister Bjarte Engen Vik (NOR) und Samppa Lajunen (FIN) als große Rivalen und zählt auch Ronny Ackermann zum Favoritenkreis ein. Der Deutsche erzielte im Training mit 112,5 m Bestweite, Norweger und Japaner wurden aber nicht mehr über den Bakken gelassen.
Weil die Prognosen für Samstag, den einzig möglichen Termin, ungünstig waren, hat die FIS bereits ein Notprogramm diskutiert. Dem möglichen Wechsel auf die Normalschanze wollte sich Chromecek vehement widersetzen. Daher kommt auch eine Vergabe der WM-Medaillen im Rahmen des Saisonfinales am 10. März am Holmenkollen in Betracht.
