Samstag, 24. Februar 2001

Russland und USA wollen internat. Sicherheit stärken

Die USA und Russland wollen sich gemeinsam für die internationale Sicherheit einsetzen. Das machten die Außenminister beider Länder, Colin Powell und Igor Iwanow, bei ihrem ersten Treffen in Kairo deutlich.

Powell sprach nach der mehr als einstündigen Begegnung von einer "exzellenten Diskussion" sowie einer "guten und faszinierenden" Atmosphäre. Die russische Führung versteht, dass von Raketen und Massenvernichtungswaffen eine Gefahr ausgeht.

Das wichtigste Ergebnis ist nach den Worten Iwanows, dass beide Länder zum Aufbau eines konstruktiven Dialogs bereit seien. Beide Seiten wollten gemeinsam für die internationale Sicherheit arbeiten.

Wichtigste Gesprächsthemen waren die amerikanischen Pläne zum Bau einer nationalen Raketenabwehr (NMD) sowie die künftige Irak-Politik. Iwanow wollte seinem amerikanischen Kollegen einen Gegenvorschlag von Präsident Wladimir Putin zum Bau einer mobilen europäischen Raketenabwehr erläutern.

Expertengruppe zu Raketenabwehr soll gebildet werden
Russland und die Vereinigten Staaten wollen zwei Expertengruppen zur Raketenabwehr bilden. Die Rüstungsspezialisten sollen die US-Pläne für den Raketenschutzschild NMD und die russischen Vorschläge für eine europäische Raketenabwehr untersuchen. Die Experten sollen auch mit den Abrüstungsverträgen START über einen Abbau der strategischen Waffen und ABM zur Begrenzung von Raketenabwehrsystemen auseinandersetzen.

Powell verteidigt Angriffe auf den Irak
Nach einem Gespräch mit Ägyptens Präsident Hosni Mubarak verteidigte Powell die UNO-Sanktionen sowie die Luftangriffe auf Ziele im Irak. Es sei die Absicht, das Regime von Saddam Hussein in Schach zu halten und die Sicherheit der Nachbarn zu stärken. Das UNO-Embargo funktioniert und hat den Irak daran gehindert, Massenvernichtungswaffen zu erwerben oder neu zu entwickeln. Die USA sind aber bereit, die Handhabung der Sanktionen zu überdenken, sagte Powell. Insbesondere das Leiden der irakischen Bevölkerung soll gelindert werden.

Ähnlich hatte sich US-Präsident George W. Bush nach einem Treffen mit dem britischen Premierminister Tony Blair in Camp David geäußert. Powell lud Mubarak am 2. Mai nach Washington ein.

24.2.2001 20:31