Freitag, 23. Februar 2001

Hohe Zufriedenheit mit Behörden

Die Österreicher wollen ihre Amtswege verstärkt elektronisch bewältigen, das zeigt eine Studie der Wirtschaftsuniversität. Demnach sind 46 Prozent der Befragten der Ansicht, dass die öffentliche Verwaltung künftig vermehrt per Internet mit dem Bürger kommunizieren sollte.

Immerhin 40 Prozent messen weiterhin telefonischen Kontakten wichtige Bedeutung bei. Überraschend hoch ist die Akzeptanz der aktuellen Verwaltung. Fast 70 Prozent sind eher (60,9) oder sehr zufrieden (8,8 Prozent).

Derzeit spielt das Internet noch eine untergeordnete Rolle. Lediglich drei Prozent der Befragten verwenden das e-mail im Behörden-Kontakt. Fast die Hälfte absolviert die Amtskontakte durch persönliche Besuche, ein Drittel übers Telefon. Kaum Akzeptanz gibt es für die in den Ämtern aufgestellten Info-Terminals.

Alternativen können sich die Österreicher auch bezüglich des Orts der behördlichen Transaktion vorstellen. Statt zum Amt zu gehen, wäre fast die Hälfte bereit, in einer nicht näher definierten Form Behördliches in Banken zu erledigen. Ein Viertel wäre auch dafür zu haben, auf dem Postamt die entsprechenden Erledigungen zu machen. Kein Vertrauen gibt es dagegen für Trafiken und Supermärkte als Ersatz-Amtsstuben.

Abgefragt wurde auch die Akzeptanz der öffentlichen Verwaltung bei Unternehmen. Dabei zeigt sich, dass auch hier mit 56 Prozent (gegenüber 34 Prozent) Zufriedenheit vorherrscht. Interessantes Detail: Unternehmen, die mehr Behörden-Kontakt haben, sind generell unzufriedener. Vereinfachungen wünschen sich die Unternehmen ebenso wie die Einzelpersonen in erster Linie im Bereich Steuern und Finanzen. Als Kommunikations-Form der Zukunft wird von mehr als 60 Prozent das Internet angesehen.

Die Studie ist allerdings mit einiger Vorsicht zu betrachten, da die Zahl der Befragten vergleichsweise niedrig ist. Angeschrieben wurden insgesamt 1.000 repräsentativ ausgewählte Bürger und 300 Unternehmen in ganz Österreich. Angaben machten dann aber nur 265 Einzelpersonen und 52 Firmen.

23.2.2001 14:44