Tschechischer Premier im NEWS-Exklusiv-Interview

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Der tschechische Premierminister Milos Zeman kritisiert massiv die österreichische Anti-Atompolitik: "Ich habe nichts gegen Demonstrationen, aber viel gegen Blockaden."
Übrigens: Der Probebetrieb im AKW-Temelin soll noch diese Woche wieder aufgenommen werden. Er wurde am 17. Jänner gestoppt - wegen eines technischen Defekts.
Was Premier Milos Zeman bezüglich der Anit-Temelin-Haltung noch ärgert: Österreich nehme "nicht auf vernünftigem Niveau" an der Umweltverträglichkeits-Prüfung teil: "Die Österreicher waren nicht darauf vorbereitet, dass es von uns Einspruch dagegen gab, dass ihre Einsprüche sich nur um Verfahrensfragen drehten. Anfang Juni, nach dem Ende der Untersuchung, geht Temelin ans Netz. Bis dahin gilt, dass man ein Kraftwerk nicht testen kann, ohne es laufen zu lassen. Viele verstehen auch nicht den Unterschied zwischen dem nuklearen Teil und dem konventionellen Teil von Temelin, wo es Probleme mit einer Turbine gibt, die in jedem anderen Kraftwerk auch auftreten können."
In Sachen EU-Erweiterung ist Zeman optimistisch, dass sein Land "2003 oder im ersten Halbjahr 2004 Vollmitglied" sein wird: "Auch Wolfgang Schüssel ist dafür. Die FPÖ, die dagegen ein Referendum wollte, hat im Burgenland die Wahl verloren. Es gibt aber nicht nur die Partei Haiders. Es gibt auch Le Pen, den Vlaams Blok und so weiter, die einen "neuen" Stil repräsentieren: Xenophobie und Rassismus. Ich hoffe, dass sich die europäische Kultur der Freiheit dagegen wehrt."
Zynisch "bewundert" Zeman "Jörg Haider, der in Sachen Benes-Dekrete nicht nur Schutzpatron derer ist, die Vergangenes beschwören, sondern auch der der Atomgegner wurde, auch wenn er nichts davon versteht." In den tschechisch-österreichischen Beziehungen bestehe die Gefahr, "dass am blauen Himmel eine Sturmwolke aufzieht - durch Umweltfundamentalisten und Fanatiker wie Haider."
