Warnung vor BSE bei Schweinefleisch

Angesichts der BSE-Krise gerät auch Schweinefleisch immer mehr ins Visier der Wissenschaftler. Deutsche Forscher plädieren nun dafür, Risikomaterial von Schweinen ebenfalls nicht mehr zu Lebensmitteln zu verarbeiten.
Der Direktor des BAFF-Instituts für Mikrobiologie und Toxikologie, Manfred Gareis, erklärte, ein BSE-Risiko im Hirn und Rückenmark von Schweinen sei nicht auszuschließen.
Zwar ist bei den Borstentieren noch keine Prionenkrankheit festgestellt worden, doch sei auch an sie Tiermehl verfüttert worden, das als Hauptinfektionsquelle für Rinderwahn gelte.
Nach Ansicht des wissenschaftlichen Leiters des Europäischen Instituts für Lebensmittel und Ernährungswissenschaften, Udo Pollmer, könnte BSE auch über andere Infektionswege als Tiermehl übertragen werden. Denkbar sei etwa, dass Parasiten wie Zecken dafür in Frage kämen. Schließlich sei erwiesen, dass die Traberkrankheit der Schafe (Scrapie), die die gleichen Symptome wie BSE aufweise, von Milben weitergereicht werde.
EU berät über BSE-Krisenplan
Unterdessen beraten heute die Mitgliedsstaaten der EU auf Beamtenebene über den neuen Plan der EU-Kommission zur Bewältigung der BSE-Krise.
Demnach müsste Rindfleisch nicht mehr massenhaft vernichtet werden. Die Mitgliedsländer könnten getestetes Fleisch lagern und zu einem späteren Zeitpunkt wieder auf den Markt bringen. Verbunden damit sind Förder-Kürzungen für große Rinderzucht-Betriebe.
Fischler sieht "riesige Katastrophe"
Als riesige Katastrophe hat EU-Agrarkommissar Fischler die Folgen der BSE-Krise bezeichnet. Allein in Deutschland sei der Rindfleischmarkt um 80% zurückgegangen. Fischler betont, dass in der gegenwärtigen Situation die Wiedergewinnung des Konsumentenvertrauens von zentraler Wichtigkeit ist. Dazu gehöre in der Informationspolitik "volle Transparenz" und "null Geheimhaltung".
