Kritiker schießen aus allen Rohren

Monika Forstinger: 100 Tage Ministerin. Und jetzt scheint die "Schonzeit" vorbei - wie auf Kommando wurde Kritik von mehreren Seiten laut. Schon wieder ein Problemfall im blauen Kabinett?
Nach den Rücktritten von Michael Krüger, Elisabeth Sickl und Michael Schmid hat die FPÖ erneut kein Glück: Monika Forstingers Minister-Sessel wackelt. Kann die FPÖ diesmal einen geeigneten Ersatz-Kandidaten finden?
Nach dem Rücktritt des glücklosen Michael Schmid war Monika Forstinger mit einigen Vorschußlorbeeren an die Spitze des Infrastrukturministeriums gehievt worden. Der 37-jährigen "Spitzenmanagerin aus der Papierindustrie" - nebstbei als "freiheitliches Urgestein" in der Partei fest verankert - sollte es gelingen, die vielfältigen Probleme des Mega-Ressorts in den Griff zu bekommen. Inzwischen beginnt der Shooting-Star zu verglühen, die Kommentare werden zunehmend harscher.
Eisenbahner: "Die Frau Minister soll gehen"
Erst warfen ihr die Landeshauptleute von Wien, Niederösterreich und Burgenland "Säumigkeit" vor, und nun fordert die Eisenbahner-Gewerkschaft ihren Rücktritt.
Ihr Vorwurf: Forstinger ist untätig bei den anstehenden strategischen Entscheidungen. Gewerkschaftsvorsitzender Wilhelm Haberzettl:"Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Ministerin diese Legislaturperiode politisch überlebt." Er fordert sie auf, "ihren Sessel besser heute als morgen zu räumen".
SP-Reheis: "100 verlorene Tage für Tirol
Aus der Sicht von SPÖ-Abgeordnetem Gerhard Reheis ist die Bilanz ernüchternd: "Diese 100 Tage waren für Österreichs Verkehrspolitik - und für Tirol im besonderen - vergebene Tage und von verkehrspolitischer Unfähigkeit geprägt".
Dass Verkehrsministerin Forstinger für die Österreichische und insbesondere für die Tiroler Verkehrspolitik wie ihr Kurzzeit-Vorgänger BM Schmid eine Nullverkehrspolitik betreibt, belegen zahlreiche Versäumnisse.
Der jüngste Fauxpas der FPÖ-Ministerin ist, erst eine Weisung zur Bestrafung der Ökopunktesünder zu erlassen und später dem Land mitzuteilen, dass es für die Bestrafung ausländischer Fuhrunternehmer nicht zuständig sei. Dies nachdem Tirol gerade dafür 20 Vertragsbedienstete befristet angestellt hatte.
Häupl erneuert Kritik an Forstinger
Neuerliche Kritik hat Wiens Bürgermeister Michael Häupl (S) am Dienstag an Infrastrukturministerin Monika Forstinger (F) geübt. In ihrem "ZIB 2"-Auftritt nach dem Landeshauptleutegipfel habe sie "so was von Leerformeln von sich gegeben, das war erlesen", gab sich Häupl am Rande einer Pressekonferenz sarkastisch. Forstinger hatte dabei angekündigt, sie werde an der nächsten Konferenz der Landeshauptleute teilnehmen, Prioritäten von Projekten diskutieren und die Mitverantwortung der Landeshauptleute einfordern.
