Mittwoch, 21. Februar 2001

Geheimdienst-Akte belastet Außenminister

Eine Akte des hessischen Landesamtes für Verfassungsschutz bringt den deutschen Außenminister Fischer angeblich in Verbindung mit dem Einsatz von Molotow-Cocktails. Er soll diese am 19. September 1975 gegen das spanische Generalkonsulat geworfen haben.

Wie deutsche Medien berichten, hat die Frankfurter Staatsanwaltschaft eine entsprechende Akte beim Verfassungsschutz angefordert. In der Akte sei der Vermerk eines V-Mannes enthalten, der Fischer belasten soll.

Die Staatanwaltschaft Frankfurt ermittelt derzeit gegen Fischer wegen des Verdachts der uneidlichen Falschaussage im OPEC-Prozess im Jänner. Der Informant des Verfassungsschutzes hat nach Angaben der "Welt" 1975 über ein Treffen mit Fischer, dem heutigen Europaabgeordneten Daniel Cohn-Bendit und anderen Frankfurter Spontis berichtet, bei dem über den Einsatz von Brandsätzen gesprochen worden sein soll. Diese Brandsätze sollen bei dem Treffen im Frankfurter Westend bereits vorbereitet gewesen sein und seien in dem Raum gelagert worden. Fischer hat stets bestritten, Molotow-Cocktails geworfen oder dazu aufgerufen zu haben.

21.2.2001 07:58