Joseph Jackson: "Michael hat eine Hautkrankheit"

Er hat aus dem kleinen Michael den größten Star der Welt gemacht: Papa Jackson. Er weiß, auch ein Weltstar muß für sein Comeback trainieren wie ein Weltmeister.
NEWS: Wie ist Ihre Beziehung zu Michael Jackson?
Joseph Jackson: Die Beziehung ist wie in jeder normalen Familie. Wir sehen einander in den Ferien. Michael ist oft unterwegs, deshalb treffen wir einander nicht so oft. Doch ich habe eben mit ihm telefoniert. Unser Verhältnis ist und war immer gut.
NEWS: Wie oft sehen Sie Ihre Enkelkinder Prince und Paris?
Jackson: Michael lebt 100 Meilen entfernt. Wenn die Kinder in der Nähe sind – sie sind ja in der ganzen Welt mit ihm unterwegs –, sehe ich sie. Aber ich spiele nicht mit ihnen. Das ist mir zu anstrengend.
NEWS: Man sorgt sich um Michaels Gesundheit.
Jackson: Das tue ich auch!
NEWS: Wegen seiner Operationen?
Jackson: Viele Filmstars hatten solche Schönheitsoperationen, aber die Presse schrieb nie darüber. Doch über meinen Sohn schreibt man ständig Unwahrheiten, um die Auflage zu steigern. Michael wird sehr wütend, wenn er solche Lügen lesen muss. Doch klagen wäre sinnlos, weil daran bloß die Anwälte verdienen.
NEWS: Man spricht von Dutzenden Operationen.
Jackson: Er hatte nur eine einzige. Den Rest hat die Presse erfunden.
NEWS: Weshalb ist seine Haut dann so viel heller als die Ihre?
Jackson: Er hat eine Pigmentstörung, eine Erbkrankheit. Meine Frau Katherine hat dieselbe Störung an der Hand. Es beginnt mit einem kleinen Punkt, und mit den Jahren wird die Haut immer heller, die Fläche immer größer. Man sagt, dass er sich bleichen ließ, aber das stimmt nun wirklich nicht.
NEWS: Beeinflusst die Krankheit seine Gesundheit? Hat er Schmerzen?
Jackson: Nein. Rein körperlich hat das keine Schmerzen verursacht. Aber die Veränderungen seiner Haut haben auch sein Inneres verändert. Haben ihm psychische Schmerzen verursacht. Er ist nicht glücklich damit.
NEWS: Ihr Sohn gilt als größter Star der Welt.
Jackson: Es war längst an der Zeit, dass jemand kommt wie er. Niemand legt so eine Bühnenshow hin. Er hat seinen Job gut gemacht. Aber er hatte auch den besten Lehrer.
NEWS: Einen Lehrer, der vor allem mit Drill arbeitete.
Jackson: Wir haben unsere Kinder so erzogen, wie jede Mutter oder jeder Vater es tun sollte. Man muss sie einem gewissen Druck aussetzen. Es gäbe heute nicht diese Kriminalitätsrate, wenn alle Eltern ihre Kinder ein bisschen schlagen wollten und darauf achteten, dass sie immer auf dem rechten Weg bleiben. Meine Kinder waren nie in Schwierigkeiten, sind nie verhaftet worden und haben auch keine Drogen genommen. Und darauf bin ich sehr, sehr stolz.
NEWS: Ihre Kinder beklagen sich heute über ständige Kontrolle.
Jackson: Das stimmt, wir haben sie kontrolliert. Aber das hatte auch seinen Grund. Viele Eltern wissen nicht, wo ihre Kinder sind. Wir haben es immer gewusst.
NEWS: Waren Sie nicht manchmal zu hart?
Jackson: Wenn man im Showbusiness ist und ein guter Entertainer werden will, muss man sich nur auf das eine konzentrieren. Das ist doch überall so. Auch im Spitzensport muss man ständig trainieren, um Weltmeister zu werden.
NEWS: Würden Sie alles noch einmal so machen?
Jackson: Nein, es war einfach zu hart. Ich bin glücklich, all das erlebt zu haben und trotzdem noch so gesund zu sein, wie ich bin. Man muss sehr stark sein. Es gibt genug Leute, die das nicht aushalten könnten.
NEWS: Ist Michael stark genug?
Jackson: Michael ist sehr, sehr schüchtern. Wenn mehr als vier Leute im Raum sind, wird er nervös. Aber steht er erst einmal auf der Bühne, ist er wie ausgewechselt: der größte Entertainer!
NEWS: Weshalb managen Sie ihn nicht mehr?
Jackson: Ich bin es einfach leid. Eine Zeit lang ist es ganz spannend, aber dann möchte man auch andere Dinge machen. Nur mit Michael zusammenzuarbeiten wird mit der Zeit zu anstrengend.
NEWS: Beraten Sie ihn noch?
Jackson: Nur, wenn er es braucht. Die meiste Zeit bittet er mich nicht um Rat, weil er auch schon lang genug in diesem Business ist. Ab und zu kommt es aber doch vor. Dann ruft er mich an, und es ist ein richtiges Vater-Sohn-Gespräch.
NEWS: Michael plant für Juni sein Comeback.
Jackson: Das ist an der Zeit, denn er verschiebt dieses Album schon viel zu lang. Er ist nach wie vor der beste Entertainer der Welt. Aber es war ein harter Weg bis dorthin. Ich habe ihm Disziplin beigebracht.
NEWS: Auch die Jackson 5 planen ein Comeback. Sind Sie involviert?
Jackson: Ich werde mit den Jackson 5 immer etwas zu tun haben. Das sind ja meine Kinder. Natürlich gebe ich ihnen Ratschläge, wenn sie welche wünschen. Aber ich werde sie nicht mehr managen. Das habe ich lang genug getan.
NEWS: Wenn Michael der beste Musiker der Welt ist, wer ist dann Zweitbester?
Jackson: Janet Jackson!
NEWS: Und wer ist, nach all Ihren Kindern, der Nächstbeste? Madonna?
Jackson: Nein, was soll das? Sie hatte doch so viele Karriereknicks! Es könnte Prince sein. Er ist immerhin okay.
NEWS: Ihre Tochter LaToya bezichtigt Sie in ihrer Autobiografie des Kindsmissbrauchs. Das ist eine schlimme Anklage. Was antworten Sie darauf?
Jackson: Alles, was sie gesagt hat, hat sie für ihren Ehemann Jack Gordon getan. Er hat sie zu diesen unglaublichen Anschuldigungen gezwungen! Dabei wurde sie von ihrem Mann sehr schlecht behandelt, ja sogar geschlagen. Wir haben uns alle Sorgen um sie gemacht. Michael auch. Doch nun haben wir sie vor ihm gerettet. Sie ist gerade geschieden worden und will jetzt wieder auf den rechten Weg kommen. Das heißt, sie wird sich nun nie mehr für den „Playboy“ ausziehen.
NEWS: Sie wollen nun von Wien aus das Musik-Biz revolutionieren.
Jackson: Mit meiner Firma „Royal Distribution“ werden wir europaweit von Wien aus Musikautomaten vertreiben. Man drückt einen Knopf und kann sich die Musik zunächst anhören und dann innerhalb von drei bis fünf Minuten eine CD erstellen lassen. Solch eine Form der Maschine ist weltweit einzigartig.
NEWS: Das klingt nach Zukunftsmusik, wie Napster und MP3. Zerstört das Internet nicht das Musikgeschäft?
Jackson: Es geht dabei doch nur darum, Geld zu verdienen. Ich glaube nicht, dass Napster die Musik zerstört, denn es gibt Gott sei Dank keine Möglichkeit, die Musik zu töten. Vielmehr bietet all das ein riesiges Forum, um die Musik zu promoten.

