Dienstag, 13. Februar 2001

TV-MEDIA: RTL-Star Jauch über "Wer wird Millionär"

Was Günther Jauch anfasst, wird zu Gold. Seit September ’99 moderiert der 44-Jährige für RTL das Quiz "Wer wird Millionär?" und fährt damit Traumquoten (bis zu zwölf Millionen deutsche Seher) ein. Mit TV-Media sprach er über Erfolg, Geld und seine Zukunft.

Top in Österreich. Auch die Österreicher lieben den schlaksigen Deutschen. Erst in der Vorwoche deklassierte Jauch mit Wer wird Millionär? ein ORF-Movie: 507.000 Österreicher wollten sein RTL-Quiz sehen, nur 455.000 zappten zum ORF-Film Vampire in Brooklyn.

TV•MEDIA: Eigentlich wollten Sie „Wer wird Millionär?“ gar nicht moderieren …

Jauch: Meine erste Reaktion auf das RTL-Angebot war: „Wie kommts ihr überhaupt da drauf, dass ich das machen soll?“ Für mich stand fest, dass ich die Show nicht moderieren werde. Mit Müh und Not hab ich mir dann die Kassette des englischen Originals angeschaut.
In dem Moment, als ich merkte, dass mir das Zuschauen Spaß macht, dass mich die Sendung fesselt, ging es nur mehr darum, ob ich mir zutrauen würde, das Quiz für Deutschland einigermaßen vernünftig zu moderieren. Diese Frage konnte ich eigentlich mit „Ja“ beantworten. Also haben wir mal vier Sendungen gemacht und geschaut, wie’s wird. Und es hat geklappt …

TV•MEDIA: Und jetzt sind Sie der Top-Star der deutschen TV-Unterhaltung!

Jauch: Ich sehe mich nicht als Star. Ich sehe mich als einen Menschen, der recht ordentlich Fernsehen machen kann. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

TV•MEDIA: Wer sind Ihre Heroes in der deutschen Showbranche?

Jauch: Eindeutig Gottschalk, weil er in der Unterhaltung seit vielen Jahren Maßstäbe setzt. Auf der anderen Seite ist Harald Schmidt einer, der mit seiner Show ein neues Genre in Deutschland installiert hat. Außerdem sind diese beiden auch menschlich höchst angenehme Zeitgenossen. Und die Sozialisation von uns dreien ist in vielen Dingen ähnlich. Wir sind aus bürgerlichen Elternhäusern, haben alle drei das humanistische Gymnasium besucht, sind alle drei katholisch und waren brave Ministranten. So gesehen ist es vielleicht auch gar nicht verwunderlich, dass wir uns als Brüder im Geiste fühlen.

TV•MEDIA: Bei welchen Wissensgebieten hapert’s denn bei Ihnen?

Jauch: Meine Achillesferse ist etwa das Thema Oper. Kritisch wird’s auch bei Film und Schauspielern. Auch wenn es tief in den Bereich Literatur geht, bin ich nicht ganz so firm.

TV•MEDIA: Wen würden Sie als Telefonjoker einsetzen?

Jauch: Wenn’s um Hollywood und Film geht, ist der Kollege Gottschalk erste Wahl. Wenn’s um Theater und Literatur geht, ist der Harald Schmidt entsprechend kompetent. Sportfragen, speziell Fußball betreffend, könnte ich vielleicht noch selber beantworten.

TV•MEDIA: Sie sprechen in Bezug auf Wer wird Millionär? von der Erotik des Gripses. Gibt es eine Erotik des Geldes?

Jauch: Für mich persönlich eher nicht. Das war vielleicht früher mal anders, als ich ganz konkrete Wünsche hatte, die ich mir erfüllen wollte und dann möglicherweise nicht erfüllen konnte.

TV•MEDIA: Demnach hat es eine Zeit gegeben, in der Sie sich über gewonnene tausend Mark gefreut hätten?
Jauch: Klar, als ich studiert habe. Gut, ich hab dann relativ schnell begonnen zu arbeiten und hab dann zwar Geld verdient, aber, ehrlich gesagt, furchtbar viel war das nicht. Mein erstes Gehalt beim Radio waren 1.415 Mark netto. Das sind um die 10.000 Schilling. Das war schon ein bissl mühsam.

TV•MEDIA: Jetzt sind Sie ein Spitzenverdiener und gelten als großer Sparefroh …

Jauch: Sagen wir mal so: Ich sehe nicht ein, dass ich zwanghaft mit einer Strechtlimousine durch die Gegend fahren oder mir vergoldete Wasserhähne einbauen lassen soll. Das fände ich einfach daneben, unabhängig davon, wie viel Geld man verdient. Das entspricht einfach nicht meinem Lebensstil. Ich bin keiner, der das Geld, das er verdient, zwanghaft eins zu eins wieder verbrät. Erstens würde ich mich dann vom Geld abhängig machen, und zweitens würde das bedeuten, dass ich entsprechend anders auftreten müsste. Und dazu habe ich einfach keine Lust. Das wäre mir außerdem zu mühsam.

Das ganze Interview im aktuellen TV-MEDIA!

13.2.2001 19:59

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Kino

Der Diktator

Komödie, Satire - USA, 2012

Regie: Larry Charles

Mit: Sacha Baron Cohen, Anna Faris, Megan Fox, John C. Reilly, Ben Kingsley

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