Konkursabwicklung dürfte Jahre dauern

Die Passiva der in den Konkurs geschlitterten Wiener Trigon Bank AG werden auf rund 850 Mill. S (62 Mill. Euro) geschätzt, die sich nach Angaben des Kreditschutzverbandes von 1870 (KSV) wie folgt aufteilen: 400 Mill. S Spareinlagen, 250 Mill. S Banken, 250 Mill. S Sonstige.
Die Überschuldung wird in einer Bandbreite von 70 bis 270 Mill. S angegeben. Diese Zahlen seien jedoch vorbehaltlich eines aktuellen Status zu verstehen, der erst vom Masseverwalter - Peter Schulyok - erstellt werden muss.
Der Kreditschutzverband erwartet für das am späten Donnerstagnachmittag eröffnete Trigon-Konkursverfahren eine Abwicklungsdauer "von mehreren Jahren". Andere Bankenkonkurse der österreichischen Nachkriegsgeschichte kamen sogar auf eine Verfahrensdauer von mehr als einem Jahrzehnt.
Der vom Gericht als Masseverwalter berufene Rechtsanwalt Peter Schulyok hat heute, Freitag, seine Arbeit in der seit gestern im Konkurs befindlichen Trigon Bank aufgenommen. Erste Gespräche mit der Einlagensicherung sind für kommenden Montag angesetzt. Alle Spar- und Kontoguthaben sind pro Einleger bis zu einer Höhe von 20.000 Euro (275.206 S) gesichert. Nach Informationen des KSV gibt es rund 4.000 Konten. Von der Bankinsolvenz dürften schätzungsweise 2.000 bis 3.000 Kunden betroffen sein.
Die Gläubgerschützer sind derzeit dabei, 150-seitige Gutachten über die Vermögenslage des insolventen Geldinstituts zu analysieren.
Ein Sachverständigengutachten, das auf Basis einer internen Bilanz der Trigon Bank zum 31. Dezember 2000 erstellt wurde, weist Brutto-Aktiva (Bilanzsumme) von 886,7 Mill. S aus. Die Gutachter halten jedoch Abwertungen im Ausmaß von 244,9 Mill. S für erforderlich, sodass sich die Nettoaktiva (zum Liquidationswert) auf 641,8 Mill. S belaufen. Der Löwenanteil dieser Abwertungen (219 Mill. S) betrifft laut Hans-Georg Kantner vom KSV faule Kredite.
Als "Mittelwert" wird in dem Gutachten das negative Eigenkapital zum Ultimo mit 179 Mill. S beziffert. Im best case könnte die Überschuldung "nur" 82,4 Mill. S betragen, im worst case ("Wiederaufleben einer Verbindlichkeit") bis zu 272 Mill. S, so Kantner.

