Montag, 12. Februar 2001

St. Anton beklagt Verluste durch WM

Die 36. Alpinen Skiweltmeisterschaften sind zu Ende. In den vergangenen zwei Wochen haben zwar in St. Anton verschiedene Betriebe Umsatzeinbußen beklagt.

Dennoch zog Tourismusdirektor Heinrich Wagner eine positive WM-Bilanz und blickt mit Optimismus in die Zukunft. Er baut darauf, dass die umfassenden Infrastruktur-Maßnahmen und die weltweite Werbung in wirtschaftlicher Hinsicht Früchte tragen.

Dass die Bergbahnen Umsatzeinbußen bis zu 40 Millionen Schilling und die Skischulen Mindereinnahmen von bis zu fünf Millionen im WM-Zeitraum verzeichnet haben, sowie auch Hotellerie und Geschäfte mit dem Umsatz unzufrieden waren, kam für Wagner nicht überraschend: "Das haben wir immer wieder angekündigt. Der Stammgast meidet Großveranstaltungen."

Wagner baut darauf, dass bereits in dieser Saison das Folgegeschäft anlaufen wird. In der auf die WM folgende Woche sind noch Zimmer blockiert, aber dann soll es zum großen Geschäft kommen. "Ostern ist heuer sehr spät, wir haben eine lange Saison", sagt Wagner.

Auf jeden Fall ist die Ski-WM eine unbezahlbare Werbung für St. Anton. Der Tourismusverband ließ im Vorjahr den Werbewert der Berichterstattung über St. Anton berechnen. "Die Zeitungsartikel ergaben umgerechnet auf Inseratenpreise einen Wert von 350 Millionen Schilling. Für heuer erwarten wir das Doppelte", rechnet Wagner vor. Dabei ist die Fernseh- und die Sportberichterstattung nicht berücksichtigt.

Aus touristischer Sicht findet es Wagner "toll, dass alle großen Skinationen Medaillen gemacht haben. Dadurch stieg das Interesse an St. Anton." Wagner streicht dabei den Super-G-Sieg von Daron Rahlves und die überraschenden Medaillen des DSV-Teams als besonders positiv hervor.

Die WM hat auch das Ortsbild in St. Anton nachhaltig verändert. "Wir profitieren vom Bau der Nassereinbahn und der WM-Pisten, die das bisherige Skigebiet entlasten. Wir profitieren von den neuen Beschneiungsanlagen am Kapall und besonders von der Verlegung der Bahn", sagt Wagner. Dadurch seien die Hotels im Zentrum aufgewertet worden und können in Zukunft höhere Preise erzielen.

Auch die neue Arlberg.well.com-Halle, die während der WM das Pressezentrum beherbergt hatte, wird den Tourismus nachhaltig beeinflussen. Den Touristen wird ab Herbst endlich ein Schwimmbad zur Verfügung stehen. Zusätzlich will sich St. Anton mit der neuen Halle, die bei Konzerten 3.000 Besucher faßt und bei Kongressen 1.600 Teilnehmer Platz bietet, als Kongressort etablieren. Drei konkrete Anfragen gibt es bereits.

Dass der WM-Ort einen gewaltigen Nächtigungszuwachs in den kommenden Jahren haben wird, glaubt Wagner nicht: "Große Steigerungen sind nicht möglich. Wir hatten zuletzt 100 Vollbelegtage und 850.000 Nächtigungen. Viel mehr geht nicht. Wir haben uns etabliert und müssen unsere Angebote nicht verschleudern." Zusätzlich soll der Dezember und der Sonnenskilauf im April noch ausgebaut werden. Rosige Zukunftsaussichten für St. Anton.

12.2.2001 08:50