Österreichs bester Judoka übt massive Kritik am Verband

Patrick Reiter, mit neun WM- und EM-Medaillen Österreichs erfolgreichster Judoka, wird heuer bei Großveranstaltungen fehlen. Seine Begründung: Probleme mit der Gesundheit und dem Verband.
Der 28-jährige Salzburger, der diese "Auszeit" am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Salzburg u.a. mit der schlechten Verbandsarbeit sowie gesundheitlichen Problemen begründete, möchte dann im Herbst entscheiden, ob er seine Karriere fortsetzt oder ob er aufhört.
Reiter, der vorerst im Nationalkader bleibt, wird weiter für seinen Klub ESV Sanjindo Bischofshofen und in der Deutschen Bundesliga für den TSV Abensberg kämpfen und plant auch ein Antreten bei der Militär-WM im Herbst. Mehr aber nicht. Der Grund: Bei den derzeitigen Verhältnissen im Verband sei seine Zielsetzung ("Das kann nur eine Medaille sein") nicht zu realisieren, außerdem habe er nach elf Jahren Hochleistungssport Probleme mit dem operierten Sprungelenk, seinen lädierten Fingern (Kapselrisse) und der Wirbelsäule.
Mit dem Verband ging der bei Olympia in Sydney vorzeitig gescheiterte Judoka hart ins Gericht. "Dort fehlt es an der nötigen Professionalität und dem strategischen Denken", lautete die Kritik des Salzburgers, nach dessen Ansicht unter diesen Umständen keine absoluten Topleistungen möglich seien. Fünf Monate lang habe es keinen Nationaltrainer gegeben, bisher liege noch immer keine Olympia-Analyse vor und auch die versprochenen Trainingspartner vor großen Wettkämpfen habe er nicht bekommen. Das alles hat den Ex-Europameister nun dazu bewogen, vorerst auf internationaler Ebene kürzer zu treten und sich in erster Linie auf Klubeinsätze zu konzentrieren.
