Dienstag, 13. Februar 2001

Innauer: "Kombinierer-Titel wäre ein Traum"

DIASHOW: Das ÖSV-Team für Lahti


Nur wenige Tage nach Ende der Alpinen Ski-WM in St. Anton ist Lahti ab Donnerstag der Nabel der Wintersportwelt. Insgesamt 19 Medaillensätze werden bis zum 25. Februar bei den 43. Nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Finnland vergeben.

Nach den für Österreich so erfolgreichen Heim-Titelkämpfen vor zwei Jahren in der Ramsau, als mit Langlauf-Staffelgold, zwei Silber- und drei Bronze-Medaillen so viele Medaillen wie noch nie geholt worden sind, erhoffen die beiden Rennsportdirektoren Toni Innauer und Walter Mayer diesmal insgesamt vier Medaillen.

Eine konkrete Prognose ist nur für die Kombinierer und Langläufer möglich, im Lager der Skispringer ist nach dem Unfalltod von Alois Lipburger eine Voraussage nicht nur schwer möglich, sondern einfach nicht angebracht. Zu viele Unsicherheitsfaktoren sind in diesem Zusammenhang zu nennen. Die in den Unfall verwickelten Andreas Widhölzl und Martin Höllwarth werden am Dienstag erstmals wieder trainieren und man muss die weitere Entwicklung abwarten. Auch darum nimmt Toni Innauer, der nun auch das Cheftrainer-Amt Lipburgers bis zum Saisonende übernommen hat, sechs Athleten mit.

Titel bei Springer illusorisch

"Im Normalfall hätten wir in der Mannschaft zwei Medaillen erwarten können und natürlich haben wir auch Kandidaten für Einzelmedaillen. Über einen Titel zu reden ist wohl illusorisch", meinte Innauer, der mit Widhölzl und Höllwarth erst am Donnerstag nach Lahti reist. Bei den Springern gibt es bei diesen Titelkämpfen ein Novum, erstmals wird auch ein Team-Bewerb von der Normalschanze veranstaltet, es werden also insgesamt vier Goldmedaillen vergeben.

Innauer erwartet von Kombinierern zwei Medaillen

Die größten Hoffnungen setzt Innauer, in dessen Bereich ja auch die Kombinierer fallen, auf Felix Gottwald und Co. "Ein Traum wäre natürlich ein Titel. Und diesen Wunsch würde ich bei den Kombinieren deponieren. Es wird keine Enttäuschung sein, wenn es nicht klappt, aber wir haben mit Felix Gottwald den Weltcup-Leader im Team, der stark genug ist." Konkret hofft der Vorarlberger auf zwei Kombinierer-Medaillen: Mit der Mannschaft und in einem der zwei Einzelbewerbe. Die bisher letzten WM-Titel bei Kombinierern und Springern liegen zehn Jahre zurück. Im Val di Fiemme haben die Springer mit Mannschafts-Gold und durch Heinz Kuttin zwei Mal Gold geholt, die Kombinierer wurden ebenfalls Mannschafts-Weltmeister.

Hoffmann und Botwinow sind die Säulen des Langlauf-Teams

Die Langläufer stellen in der 4x10km-Staffel den einzigen ÖSV-Titelverteidiger bei den insgesamt sechsten Titelkämpfen in Lahti. Nach den Rücktritten von Alois Stadlober und Markus Gandler sind Christian Hoffmann und Michail Botwinow die Säulen des Quartetts, dem Mayer eine "realistische Medaillenchance" zubilligt. "Auch für Hoffmann ist über 50 km das möglich, von mehr können wir nur träumen", sagte Mayer.

Die Ausgangsposition der Staffel ist für Mayer aber eine andere als vor zwei Jahren. Damals habe man von der Basis eines erwarteten Medaillenranges Gold angepeilt, nun müsse man um Bronze kämpfen. Denn zu den Spitzennationen Finnland, Norwegen, Schweden und Italien haben Russland und Deutschland aufgeschlossen, da könnte es für Österreich eng werden. Neu gegenüber Ramsau ist der Langlauf-Sprint für Damen und Herren, außerdem gibt es im Jagdrennen, das an einem Tag entschieden wird, nur für die Schlusswertung Edelmetall.

Das ÖSV-Team für Lahti

Springen (6)
Andreas Goldberger, Martin Höllwarth, Stefan Horngacher, Wolfgang Loitzl, Reinhard Schwarzenberger, Andreas Widhölzl

Kombination (6)
Christoph Bieler, Christoph Eugen, Felix Gottwald, Michael Gruber, David Kreiner, Mario Stecher

Langlauf (8)
Michail Botwinow, Christian Hoffmann, Alexander Marent, Marc Mayer, Christoph Sumann, Gerhard Urain, Achim Walcher, Alois Blassnig

13.2.2001 17:00