Sonntag, 18. Februar 2001

Rund 1.400 Menschen demonstrierten in NRW

Mit einer Demonstration am Brennelemente-Zwischenlager in Ahaus im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen sind am Sonntag die Proteste gegen den für Ende März geplanten Castor-Transport aus Frankreich ins niedersächsische Gorleben angelaufen.

Eine Demonstration von etwa 1.400 Atomkraftgegnern endete am späten Sonntag Nachmittag nach Polizeiangaben ohne Zwischenfälle. Sprecher von Bürgerinitativen warfen der Bundesregierung vor, der vereinbarte Atomausstieg sei in Wirklichkeit eine Bestandsgarantie für Kernkraftwerke. Regierung und Grüne verurteilten einen Anschlag, den Unbekannte auf die Bahnstrecke nach Gorleben verübt hatten.

Die Kundgebung verlief nach Angaben von Polizeisprecher Michael Borghorst friedlich. Der Sprecher führte das Ausbleiben von Zwischenfällen auf die gute Zusammenarbeit mit den Veranstaltern zurück. Zu der Kundgebung hatte ein Bündnis von über 50 Organisationen aufgerufen, darunter auch französische Initiativen. Zu Beginn der Veranstaltung in der Innenstadt zeigten die Teilnehmer Transparente mit der Aufschrift "Tag X wir stellen uns quer".

Innenminister Schily verurteilt Anschlag

Innenminister Otto Schily (SPD), das Umweltministerium und Grünen-Fraktionschef Rezzo Schlauch verurteilten den Anschlag auf die Bahnstrecke, auf der im März der erste Castor-Transport seit 1998 rollen soll. Schily sagte im ZDF, gefährliche Eingriffe in den Bahnverkehr müssten von Polizei und Justiz mit der gebotenen Härte verfolgt werden.

Die unbekannten Täter hatten nach Polizeiangaben zwei zweieinhalb Meter lange Schienenstücke herausgesägt und in Form eines X auf Gleise gelegt. Das lasse den möglichen Rückschluss zu, es könnte sich um Atomkraftgegner gehandelt haben. Ein mit einem Reisenden und mehreren Grenzschutzbeamten besetzter Personenzug habe noch rechtzeitig stoppen können. Der Bahnverkehr sei unterbrochen. Auch vor früheren Atommülltransporten nach Gorleben hatte es mehrfach Anschläge auf Bahnstrecken gegeben.

18.2.2001 19:51