Der Kärntner will jetzt in die USA "zocken gehen"

Nach fast sechs Monaten ist der Kärntner Nachtclub-König Hellmuth Süssenbacher völlig überraschend aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Dem 56-Jährigen wird vorgeworfen, in den organisierten Menschenhandel verwickelt zu sein.
Süssenbacher und mehrere andere mutmaßliche Komplizen sollen rund 50 junge Frauen aus Rumänien unter dem Vorwand, in Österreich als Tänzerinnen arbeiten zu können, der Prostitution zugeführt haben.
Anklage wurde gegen den Kärntner bisher nicht erhoben. Die für den Fall zuständige Staatsanwaltschaft Ried - im Bezirk Braunau wurde die erste Anzeige gemacht - hat jedoch trotzdem gegen die Freilassung Süssenbachers Beschwerde eingelegt.
Süssenbacher beteuert Unschuld
Dieser bekräftigte nach seiner Freilassung seine Schuldlosigkeit. Er sei noch nie in Rumänien gewesen und habe deshalb auch keinen Mädchenhandel aufziehen können. Weiters wies Süssenbacher darauf hin, dass die Staatsanwaltschaft innerhalb von sechs Monaten nicht in der Lage gewesen sei, eine Anklage gegen ihn zustande zu bringen.
Halbes Jahr in Haft
Ende August vergangenen Jahres war der Nachtklub-König in seinem Veldener Etablissement "Las Vegas" festgenommen und in das Gefangenenhaus Ried im Innkreis eingeliefert worden. Als sich sein Gesundheitszustand verschlechterte - Süssenbacher ist zuckerkrank und hat Herzprobleme -, wurde er Mitte Dezember in die Krankenabteilung der Justizanstalt Wien-Josefstadt überstellt.
Poker-Weltmeister mit Luxus-Autos
Süssenbacher, der 1997 mit dem Gewinn des "Mega Austria Jackpots" in Graz in Höhe von 20 Millionen Schilling für Schlagzeilen gesorgt hatte, meinte nach seiner jetzt erfolgten Freilassung, er will jetzt erst einmal in die USA "zocken gehen". Der Nachtclub-König war vor einigen Jahren in Las Vegas Poker-Weltmeister geworden. Ein weiteres Hobby Süssenbachers neben dem Pokerspiel sind sündteure Autos.
Dem Bordellbesitzer drohen 10 Jahre Haft
Falls es zu einer Anklage der Staatsanwaltschaft und in der Folge zu einer Verurteilung Süssenbachers - er betreibt in Klagenfurt, Velden und Wolfsberg Bordelle - kommen sollte, drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft.
