Nach U-Boot-Unglück Streit um US-Militärbasis in Japan

Eine Woche nach der Kollision eines U-Boots der US-Marine mit einem japanischen Fischerei-Schulschiff mehren sich in Japan die Proteste gegen die Präsenz von US-Truppen im Land.
Das Regionalparlament der südjapanischen Insel Okinawa, auf der sich eine US-Militärbasis mit 25.000 Soldaten befindet, forderte am Freitag die Überprüfung des bilateralen Abkommens über die Stationierung von US-Truppen in Japan. Hintergrund sind eine Reihe von sexuellen Übergriffen auf die lokale Bevölkerung und andere von US-Soldaten begangene Straftaten.
Nach Ansicht der Behörden von Okinawa wurden die Vergehen nie ausreichend geahndet. "Wir können nicht tolerieren, dass trotz unserer Proteste immer brutalere Verbrechen geschehen", hieß es in der Erklärung. In Japan sind insgesamt 47.000 US-Soldaten stationiert.
Erst im Jänner hatte das Regionalparlament von Okinawa einen Abzug von US-Militärs gefordert. Zuvor war bekannt geworden, dass ein amerikanischer Soldat pornographische Fotos von einer Schülerin gemacht hatte. Die Parlamentarier verwiesen in ihrer Erklärung auf diesen Vorfall. Außerdem führten sie an, dass der oberste US-Befehlshaber auf Okinawa die lokalen Behörden nach der Beschwerde über den Vorfall als "Idioten" und "Weicheier" beschimpft hatte. Auch ein mutmaßlicher Brandanschlag eines 23-jährigen US-Soldaten auf eine Bar kam zur Sprache.
Laut einem Zeitungsbericht vom Donnerstag stimmt der japanische Außenminister Yohei Kono einer Überprüfung des Militärabkommens "unter bestimmten Bedingungen" zu. Sein Ministerium wollte dies vorerst nicht bestätigen. Okinawa war im Zweiten Weltkrieg Schauplatz der einzigen Landschlacht zwischen alliierten und japanischen Truppen. 1995 war die Insel durch die Vergewaltigung eines zwölfjährigen Mädchens durch drei US-Marinesoldaten geschockt worden.
