Mitangeklagter Rudolf Schindler wurde freigesprochen

Im Frankfurter OPEC-Prozess ist der Ex-Terrorist Hans-Joachim Klein zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren verurteilt worden. Der Mitangeklagte Rudolf Schindler wurde aus Mangel an Beweisen freigesprochen.
Das Frankfurter Landgericht befand Klein der Beteiligung am Überfall auf die Wiener OPEC-Konferenz für schuldig, bei dem im Jahr 1975 drei Menschen erschossen wurden. Er wurde wegen Mordes, versuchten Mordes und Geiselnahme verurteilt. Klein, der bei dem Überfall selbst schwer verletzt wurde, hatte während des Prozesses bestritten, jemanden getötet zu haben.
Schindler freigesprochen
Der Mitangeklagte von Hans-Joachim Klein, Rudolf Schindler, wurde aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Die Anklage hatte ihm vorgeworfen, das Kommando im Vorfeld unterstützt haben. Vor Gericht bestritt Schindler eine Verwicklung in den Anschlag.
Auf Schindler wartet allerdings ein weiterer Prozess. Die Bundesanwaltschaft erklärte am Donnerstag, sie habe gegen den 58-Jährigen Anklage in Berlin eingereicht. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) muss er sich wegen Sprengstoff-Delikten und der Mitgliedschaft in der Terror-Vereinigung "Revolutionäre Zellen" (RZ) verantworten.
Nach dem Attentat in Wien hatte Klein in seinem Buch "Rückkehr in die Menschlichkeit" den Ausstieg aus der Szene erklärt. Mehr als 20 Jahre lebte er im Untergrund, bis ihn Zielfahnder des deutschen Bundeskriminalamtes 1998 in Frankreich aufspürten. Als prominente Zeugen sagten im OPEC-Prozess der deutsche Außenminister Joschka Fischer, der Europaabgeordnete Daniel Cohn-Bendit (beide Grüne) und der Kabarettist Matthias Beltz aus. Zu einer Befragung des Top-Terroristen Carlos, unter dessen Kommando der Überfall in Wien stattfand, reiste das Gericht nach Paris.
