Suche nach Regierung der nationalen Einheit

In Israel stehen die rechtsgerichtete Likud-Partei und die Arbeitspartei nach Medienberichten kurz vor einer endgültigen Einigung auf eine große Koalition.
Das Erste Israelische Fernsehen meldete am Mittwochabend, Verhandlungsteams beider Seiten hätten sich in Tel Aviv auf die Kräfteverteilung auf höchster Ebene zwischen den Parteien geeinigt. An den Gesprächen war auch der scheidende israelische Ministerpräsident Ehud Barak beteiligt.
Barak sagte nach Medienberichten, er sei zwar geneigt, wie nach seiner Wahlschlappe vom 6. Februar angekündigt für eine Weile aus dem politischen Leben auszuscheiden. Angesichts der angespannten Lage in Nahost werde jedoch in Israel und aus dem Ausland Druck auf ihn ausgeübt, das Verteidigungsministerium zu übernehmen. Der designierte Ministerpräsident Ariel Sharon (Likud) hatte Barak das Amt angeboten.
Likud und Arbeitspartei hatten sich am Montagabend bereits auf Leitlinien für die Fortsetzung der Friedensgespräche mit den Palästinensern geeinigt. Das Fernsehen berichtete am Mittwoch, besonders unter dem Eindruck des blutigen Anschlags eines militanten Palästinensers südlich von Tel Aviv, bei dem acht Israelis getötet und 20 verletzt wurden, werde eine umfassende Einigung spätestens bis Ende der Woche erwartet.
Kabinettsminister Chaim Ramon von der Arbeitspartei sagte, man bemühe sich angesichts der Sicherheitslage "Tag und Nacht" um die Bildung einer "Regierung der nationalen Einheit". Der Likud-Politiker und Bürgermeister von Jerusalem, Ehud Olmert, sagte, beim derzeitigen Stand der Verhandlungen liege es allein an Baraks Arbeitspartei, ob eine Regierung der nationalen Einheit zustande komme.
