Greenpeace fand Antibiotika auch in Shrimps

Schlechte Nachrichten für den Gourmet hat Greenpeace: Auch Krustentiere und Fische sind der Organisation zufolge keine unbedenkliche Alternative im derzeitigen Fleischkrimi.
Greenpeace ließ Shrimp-Produkte aus Österreichs Supermärkten auf Antibiotika untersuchen und wurde fündig: Es wurden einmal Spuren von Chloramphenicol nachgewiesen, das in der EU in tierischen Nahrungsmitteln streng verboten ist.
"Meeresfrüchte aus Zuchtbetrieben sind keine Alternative zu Rind- und Schweinefleisch. Mangelhafte Kontrollen und fehlende Kennzeichnung sind keine Garantie für Unbedenklichkeit", so Nina Thüllen, Meeresbiologin von Greenpeace Österreich. Dem Vorsorgeprinzip folgend fordert Greenpeace die Handelskette Merkur - dort wurde das belastete Produkt gefunden - und jeden anderen österreichischen Händler auf, tropische Zuchtshrimpprodukte sofort auszulisten.
Um in der industriellen Krustentier- und Fischproduktion einen Krankheitsbefall zu verhindern, werden laut Greenpeace oft unkontrolliert und ohne gesetzliche Handhabe Antibiotika eingesetzt. In vielen Herkunftsländern sei die Gesetzgebung diesbezüglich unzureichend oder fehle gänzlich. Zwar werde der Import derartiger Produkte in die EU kontrolliert, aber bei weitem nicht ausreichend. Nach Angaben einer für die FAO (Food and Agriculture Organisation) erstellten Studie wird maximal eine Probe auf 100 Tonnen untersucht. Thüllen dazu: "Es liegt klar Kontrollversagen vor. Mit dieser Prüffrequenz kann eine Gesundsheitsgefährdung beim Verzehr dieser Produkte nicht vollständig ausgeschlossen werden." Greenpeace forderte deshalb den Bundesminister für Soziale Sicherheit und Generationen auf, umgehend ein Importverbot für Shrimps aus tropischen Zuchtbetrieben auszusprechen.
Handelskette "Merkur" reagiert auf Hiobsbotschaft
Prompt reagiert hat am Mittwoch die Handelskette "Merkur", auf die neue Hiobsbotschaft, dass selbst Shrimps mit Antibiotika belastet sind. "Wir nehmen diese Shrimps-Produkte aus den Regalen", erklärt Albert Mattousek, Sprecher des Konzerns.
Maximilian Hochstöger, Chef der Einkaufsabteilung bei "Merkur": "Shrimps sind ein wachsender Markt. Wir vertrauen den Zusicherungen der Erzeuger und Lieferanten, wenn Tests vorgelegt werden. Wenn das nicht mehr genügt, dann werden wir diese Tests eben hier machen lassen."
