Dienstag, 13. Februar 2001

"Max" erstellte eine Rangliste

Die "gefährlichsten Politiker der Welt". Eine französische Zeitung erstellte jüngst eine Rangliste. Unter den Top 10: Unser "Jörgl".

Der Kärntner Landeshauptman und frühere FPÖ-Chef Jörg Haider gehört nach einer von der französischen Ausgabe des Monatsmagazins "Max" erstellten Rangliste gemeinsam mit Persönlichkeiten wie dem rumänischen Ultranationalisten Corneliu Vadim Tudor, dem russischen Extremisten Wladimir Schirinowski und dem Staatschef von Weißrussland, Alexander Lukaschenko, zu den zehn "gefährlichsten" Politikern im Weltvergleich. Nach dem "Gefährlichkeitsgrad" eingestuft, belegt der Schweizer Populist Christoph Blocher mit 92 Prozent den ersten Rang.

Haider befindet sich mit 69 Prozent an fünfter Stelle hinter Tudor (72 Prozent), Lukaschenko (75 Prozent) und der Chefin der dänischen Volkspartei, Pia Kjaersgaard, mit 80 Prozent. Hinter Haider rangieren mit einem "Gefährlichkeitsgrad" von 50 Prozent der italienische Lega-Chef Umberto Bossi, der US-amerikanische Ultrakonservative Pat Buchanan (47 Prozent), Schirinowski (30 Prozent), die Australierin Pauline Hanson, Gründerin der rassistischen Bewegung "One Nation" (22 Prozent) und der rechtsextreme weiße Südafrikaner Eugene TerreBlanche (zehn Prozent).

Haider wird unter anderem als "Pop-Star des schicken Faschismus" bezeichnet. Als seine Stärke nennt das Magazin seinen "Sinn für die Inszenierung", als seine Schwäche dagegen seine mutmaßliche Homosexualität. Ein Jahr nach der Bildung der ÖVP-FPÖ-Regierung sehe man bereits einige Maßnahmen, die auf die "Beseitigung der demokratischen Debatte" abzielten: Den Zeitungen mit kleiner Auflage und den Künstlern, welche die Regierung kritisieren, würden öffentliche Subventionen ganz oder teilweise gestrichen. Die Richter beklagten einen politischen Druck, "der offen auf laufende Ermittlungsverfahren ausgeübt wird", schreibt "Max" weiter.

Das Magazin erinnert daran, dass Haider versuche, sich von der Persönlichkeit des französischen Extremisten Jean-Marie Le Pen zu distanzieren, dass dieser den früheren FP-Chef allerdings zur Machtübernahme seiner Partei in Wien beglückwünscht habe. Haider "steht überdies unter dem Verdacht, Finanzkontakte mit dem neonazistischen Milieu in Argentinien und in den Vereinigten Staaten zu pflegen", heißt es in dem Artikel.

13.2.2001 15:51