Dienstag, 13. Februar 2001

Schießen, beitreten & mittexten

Der Countdown für die Wiener Gemeinde- ratswahl läuft. Sechs Wochen sind es noch bis zum alles entscheidenden 25. März, und die Schlacht um die Wählergunst - speziell auch im Internet - ist bereits voll angelaufen.

In der Vermittlung von Sprüchen und Spitzenkandidaten spielt das Internet eine bedeutende Rolle: Die VP hat sich Montag als "Internetpartei" präsentiert, die Wiener Grünen haben bereits im Jänner den "ersten Internet-Wahlkampf Österreichs" ausgerufen.

Parteimitglied per Mouse-Klick
Doch auch die anderen Rathaus-Parteien gehen im Web auf Stimmenfang. Auf der SPÖ-Homepage kommt dabei das wichtigste zuerst: Unter "http://www.wien.spoe.at" grüßt ein Foto von Wiens Bürgermeister Michael Häupl. Nur einen Klick weiter können die User dann "SPÖ-Mitglied werden" und "Im Wahlkampf mitarbeiten".

Erster www-Abgeordnete Österreichs
Wer sich über die Ziele der SPÖ informieren will, kann das "Zukunftsprogramm" herunterladen, zusätzlich ist der Zugriff auf eine Fülle von Parteiaussendungen möglich. Der Stolz der virtuellen SP ist der "erste WWW-Abgeordnete Österreichs": Gemeinderat Rudi Schicker soll die Anliegen der "Netizens" im Wiener Gemeinderat und Landtag vertreten, so die Ankündigung auf der SPÖ-Wien-Website.

Privates über Kandidaten
Privates über die Kandidaten der FPÖ ist unter "http://www.fpoe.at/bundeslaender/wien/" zu erfahren. So verrät Parteiobmann Hilmar Kabas, dass er "Kraft und Energie für seine Tätigkeit im Dienste Wiens aus regelmäßigem Sport" schöpft. Für Spitzenkandidatin Helene Partik-Pable ist "der Kontakt mit den Menschen - ob alt, jugendlich oder ganz jung" wichtig, was auch mit entsprechenden Fotos belegt wird.

Schießen auf das FP-Logo
Ganz auf die Jungwähler gehen die Freiheitlichen unter "http://www.echtwien.at" ein. Dort gibt es unter anderem das Spiel "Junge Wiener 2001" zum downloaden. Wer zu den Klängen von "Also sprach Zarathustra" das FPÖ-Logo trifft, erhält zehn Punkte.

Miterfinden von Partei-Slogans
Die Wiener Grünen (http://www.gruene.at/wien/) sind stolz darauf, dass sie ihr Wahlprogramm bereits vor drei Monaten im Internet zur Diskussion gestellt haben. Mitmachen können die User auch beim Erfinden von Slogans, die auf die Rot-Grün-Plakate der FPÖ anspielen. Hoch im Kurs stehen derzeit "Ramadan statt Weihnachtsbam" und "Cannabis statt Ausg'steckt is".

Der Wahlkampf des LIF
Unter dem Slogan "Wien ist anders. Ich auch." betreibt LIF-Spitzenkandidatin Alexandra Bolena ihren Persönlichkeitswahlkampf auch im Internet (http://www.alexandra-bolena.at"). Kurzportraits sind nicht nur von Bolena, sondern auch von allen weiteren Kandidaten abrufbar, ebenso wie das Wahlprogramm im Volltext. Beim versprochenen "Fun" gehen die Internet-Nutzer derzeit leer aus. Der entsprechende Menüpunkt soll "in Kürze online" sein.

13.2.2001 09:27