Mittwoch, 14. Februar 2001

Molterer weiterhin gegen Rinder-Massenschlachtungen

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Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer (V) hat bekräftigt, dass Österreich alles unternehmen will, um an den von der EU verlangten Rinder-Massenvernichtung, zur Marktentlastung infolge der BSE-Krise, nicht teilnehmen zu müssen.

Kritik von EU-Agrarkommissar Franz Fischler, der Österreich in dieser Frage "Halbherzigkeit" vorgeworfen hatte, wies Molterer zurück und verlangte von der Kommission rasch grünes Licht für eine Ausnahme Österreichs von den Massenschlachtungen.

Hoffen auf Anstieg der Rindfleisch-Nachfrage
Molterer betonte, Österreich wird alles tun, um von der Ankaufsaktion zur anschließenden Vernichtung der Rinder Abstand nehmen zu können. Österreich will zuwarten, bis die Inlandsnachfrage nach Rindfleisch wieder steigt und Molterer meint, dass der Fleischexport angekurbelt werden kann. Zudem müssten Maßnahmen für eine Reduktion des Rindfleisch-Angebots gesetzt werden, um möglichst bald wieder eine "vernünftige Marktsituation" zu haben.

Bereits Ausnahmeregelung für Dänemark
"Irritiert" zeigte sich Molterer darüber, dass anderen EU-Mitgliedsstaaten bereits eine Ausnahme von den Rindervernichtungen zugestanden worden ist, Österreich - und auch Belgien - aber noch nicht. "Ich erwarte, dass auch hier die Kommission rasch eine Entscheidung trifft", betonte der Agrarminister. Er geht davon aus, dass seitens Brüssel eine korrekte Behandlung des österreichischen Ausnahme-Antrags sichergestellt wird.

Fischlers Programm Schritt in die richtige Richtung
Einige Punkte des von Agrarkommissar Fischler am Dienstag im Europaparlament vorgelegten Plans zur Bewältigung der BSE-Krise, der auch Prämienkürzungen für große Zuchtbetriebe und Förderungen für den biologischen Landbau vorsieht, bezeichnete Molterer als "gute Basis für eine vernünftige Entscheidung". Viele der Maßnahmen zeigten in die richtige Richtung, sollten aber noch durch andere Ideen ergänzt werden.

Statt Vernichtung, Rindfleisch an karitative Organisationen
Als "prüfenswert" stufte Molterer Vorschläge von kirchlichen Einrichtungen wie der Caritas, aber auch von Finanzminister Karl-Heinz Grasser (F) ein, das aus Gründen der Marktentlastung zur Vernichtung bestimmte Rindfleisch zu Konserven etwa für die Erdbebenopfer in Indien oder arme Menschen in Österreich zu verarbeiten.

14.2.2001 17:36