"Ein Haus wie Brinkmann stirbt nicht"

Eine deutsche Institution: Die Kaufhauskette Brinkmann hat Insolvenzantrag gestellt. Allein die Bankschulden belaufen sich auf knapp 500 Millionen Schilling (35,3 Mill. Euro). Dazu kommen Lieferantenverbindlichkeiten von 1,4 Milliarden Schilling. Droht das Aus?
"Ein Unternehmen dieser Größenordnung verändert sich, verschlankt sich. Aber Brinkmann stirbt nicht", sagte Insolvenzverwalter Burckhardt Reimer. Aber wie es weiter geht, weiß niemand. Es ist möglich, dass die bisherigen Besitzer das Unternehmen so lange weiterführen, bis die Gläubiger entschieden hätten, was passieren soll. Zurzeit würden bereits Gespräche mit namhaften Unternehmen geführt, um zu versuchen, das Unternehmen zu verkaufen. "Allerdings ist ein Konzern mit beinahe 14 Mrd. Schilling Umsatz nicht in einer Woche verkauft", erklärte Reimer.
Das traditionsreiche Familienunternehmen wurde 1929 in Hamburg gegründet und verkauft Unterhaltungselektronik, Haushaltswaren und Spielwaren. Die Gehälter für die etwa 4.500 Angestellten werden laut Insolvenzverwalter noch bis April durch das Arbeitsamt Nord garantiert. Die Betriebsprüfung für die 46 Tochter-Gesellschaften werde am 31. März abgeschlossen sein.
Der geschäftsführende Gesellschafter Robert Meyer bedauerte in seiner Stellungnahme, dass es nicht gelungen sei, die Kapitaldecke des Unternehmens zu erhöhen. Diese Rettung sei letztendlich am Widerspruch eines Gesellschafters gescheitert.

