Mittwoch, 7. Februar 2001

Zirkus Louis Knie wird liquidiert

Der österreichische Nationalzirkus Knie wird versteigert. Der Zirkus hat 40 Mio. S Schulden.

Im Zusammenhang mit dem laufenden Konkursverfahren über das Vermögen der Louis Knie Zirkusbetriebsgesellschaft (Ernstbrunn/NÖ) ist es am Mittwoch, am Landesgericht Korneuburg zu einer Gläubigerversammlung mit Vertretern des Kreditschutzverbandes (KSV) und Louis Knie gekommen. Bereits am Montag hat Knie den Antrag auf Zwangsausgleich zurückgezogen. Masseverwalter Ferdinand Bruckner ist nun mit der schwierigen Situation konfrontiert, das Unternehmen zu liquidieren.

Rund 250 Gläubiger sind betroffen, teilte Bruckner der APA mit. 150 Forderungen in der Höhe von 31,5 Mill. S (2,29 Mill. Euro) wurden bis dato gemeldet. Die Passiva sollen sich insgesamt auf 40 Mill. S belaufen. Louis Knie, der nach Österreich ausgewanderte Spross der Schweizer Zirkusdynastie, hatte den Konkursantrag im Dezember selbst gestellt.

Am 19. Februar soll es laut Bruckner, der kraft Gesetzes derzeit als Geschäftsführer und damit als "Zirkusdirektor" fungiert, zur Versteigerung aller Sachwerte kommen. Ob der Zirkus und die rund 60 Tiere von einer Auffanggesellschaft übernommen werden, stehe noch nicht endgültig fest. Interessenten gebe es bereits, so der Korneuburger Rechtsanwalt.

Das Unternehmen Knie stand im Vorjahr immer wieder in der Kritik von Tierschützern. Störfaktoren - so jüngst beim "Winterzirkus" - beeinträchtigten den Geschäftsgang schwer, hatte der KSV im Dezember berichtet. Unabhängig davon habe Louis Knie die große Hitze im Sommer 1999 und die äußerst schlechte Saison 2000 (insbesondere die Niederlande-Tournee erfüllte nicht ein Mal die Mindesterwartungen) als weitere Insolvenzursachen angegeben.

7.2.2001 14:04