1,5 Millionen neue Arbeitslose in den USA

In den USA sind die Zeiten endlosen Wachstums nach knapp zehn Jahren vorbei. 300.000 US-Bürger verloren allein im Januar ihren Job. Hunderttausende werden folgen.
75.000 Jobs stehen offenbar in den nächsten zwei Jahren allein bei General Electric (GE) zur Disposition, meldete "Business Week". Gehen mussten bereits die rund 28.000 Angestellten der Kaufhauskette Montgomery Ward, die zum GE-Konzern gehörte. Weitere Jobverluste stehen an beim Internet-Händler Amazon (1300) beim Telekom- und Netzausrüster Lucent Technologies (10.000) und bei DaimlerChrysler (26.000 weltweit).
Noch liegt die US-Arbeitslosenrate bei 4,2 Prozent. Doch die Aussichten sind alles andere als gut: Das Vertrauen der Verbraucher ist auf den niedrigsten Stand seit vier Jahren eingebrochen, das US-Handelsministerium meldet das schwächste Wachstum seit fünf Jahren: 1,4 Prozent im vierten Quartal 2000. Im dritten Quartal waren es noch 2,2 Prozent.
Die Gefahr einer Rezession ist lange unterschätzt worden. Das Szenario eines "Soft Landing" in den USA ist seit den letzten Zahlen jedoch passé. Auch wenn für das Gesamtjahr 2000 noch eine Wachstumsrate von insgesamt fünf Prozent zusammenkommt, beängstigt das Tempo der Abschwächung. Ausrüstungsinvestitionen der Unternehmen gehen um 1,7 Prozent zurück; im ersten Halbjahr 2000 stiegen sie noch zweistellig.
Offiziell sprechen Ökonomen zwar erst von einer Rezession, wenn die Wirtschaft zwei Quartale hintereinander geschrumpft ist. Trotzdem werden die bereits angekündigten Entlassungen nicht die letzten gewesen sein. Dieses Jahr wird die Arbeitslosenquote wohl bis auf fünf Prozent steigen. Das wären noch einmal über 1,2 Millionen Arbeitslose mehr.
Viele der massiven Einschnitte müssten jedoch gar nicht so stark ausfallen: Börsennotierte Unternehmen versuchen häufig, mit drastischen Reduzierungen die Finanzmärkte zu beeindrucken. Und nicht selten reagieren Aktien auf Stellenabbau mit Kurssteigerungen.

