Seine Erfolge: WM-Silber 1978 und zwei Weltcupsiege

WM-Silber von der Großschanze bei den nordischen Weltmeisterschaften in Lahti 1978 und zwei Weltcupsiege in seiner letzten Saison. Das waren die größten Erfolge in der Springer-Karriere des Alois Lipburger.
Als Trainer arbeitete der Vorarlberger mit Unterbrechungen seit 1981 für den ÖSV, in der Vorsaison führte er Andreas Widhölzl zum Sieg bei der Vierschanzentournee. Sein Traum von Olympia-Gold in Salt Lake City 2002 war ihm nicht vergönnt. Lipburger (44) starb am Sonntag Abend bei einem Autounfall in der Nähe von Füssen.
Er wollte nie Trainer sein
"Ich wollte eigentlich nie ein Trainer sein", sagte Lipburger einmal. Doch die Erfolge gegen Ende seiner aktiven Laufbahn waren dann doch das Sprungbrett. "Ich habe als Springer viele Fehler gemacht. Ich wollte meine Karriere eigentlich in Lake Placid (Anm.: Olympia 1980) mit einer Medaille beenden, doch ich war in dem Jahr nicht fit und hatte auch sechs Mal eitrige Angina", erinnerte sich der Andelsbucher. "Dann bin ich mit Tränen in den Augen zum Toni (Innauer) gegangen und hab gesagt: Toni, mach du die Medaille." Und sein nur unweit von ihm aufgewachsener Jugendfreund holte tatsächlich Gold von der kleinen Schanze.
Schon 1984 sollte er Nationalmannschaft übernehmen
Als ÖSV-C-Kader-Trainer begann Lipburger seine zweite Karriere von 1981 bis 1983, ehe er als Kombinierer-Trainer für eine Saison nach Deutschland ging. Schon 1984 war er gefragt worden, ob er nicht die österreichische Nationalmannschaft übernehmen möchte. Doch damals fühlte sich der sensible, aber dennoch offene Vorarlberger "noch zu unreif" für diese Aufgabe. Statt das Angebot als Headcoach des ÖSV-Teams anzunehmen, zog sich Lipburger neuerlich für drei Jahre in die C-Kader-Riege zurück.
Erfolge auch in Frankreich
Danach rief die "Grande Nation" und von 1987 bis 1989 brachte er immerhin neun Franzosen unter die besten 50 Springer der Welt. Auf Grund finanzieller Probleme bei den Franzosen nahm Lipburger das Angebot von Paul Ganzenhuber an und kehrte zum ÖSV zurück, wo er ab 1990 als Lehrer und Trainer am Skigymnasium Stams tätig war. Außerdem nützte er diese etwas ruhigere Zeit, um gemeinsam mit seiner Frau Carlyn, einer US-Amerikanerin, in Telfs eine Tanzschule aufzubauen.
Lipburger hinterlässt zwei Kinder
Kennengelernt hat er seine spätere Frau 1985 bei einem Einladungsbewerb in den Staaten, nach einer "Probeehe mit heißen Diskussionen" erfolgte am 2. November desselben Jahres in den USA die (protestantische) Hochzeit. Aus der Ehe gingen zwei Kinder, der heute 14-jährige Lukas und die zwölfjährige Jacqueline, hervor.
1999 - Nachfolger von Mika Kojonkoski
Die Gedanken, es doch mit dem A-Team zu probieren, kamen ihm, als er als Technischer Delegierter wieder verstärkt Zugang zum Springerlager bekommen hatte. Nach der Heim-WM in der Ramsau 1999 trat er die Nachfolge des Finnen Mika Kojonkoski, der in seine Heimat zurückgekehrt war, als ÖSV-Cheftrainer Sprunglauf an.
Olympia 2002 war sein großes Ziel
Das große Ziel des Alois Lipburger war Olympia 2002 in Salt Lake City. "Ich möchte eine Mannschaft aufbauen, die bei den Olympischen Spielen so stark ist, dass jeder in der Mannschaft einen Stockerlplatz machen kann. Und einen hätt' ich gern dabei, der Olympiasieger wird."
Kurzbiografie von Alois Lipburger
Geb.: 27. August 1956
Wohnort: Telfs/Tirol
Familienstand: Frau Carlyn, zwei Kinder (Lukas/14, Jacqueline/12)
Ausbildung: Abgeschlossenes Studium der Leibeserziehung und philosophischer Einführungsunterricht (Lehramt)
Sportliche Erfolge
Vizeweltmeister 1978 in Lahti (Großschanze)
Zwei Weltcup-Siege in seiner letzten Saison 1980.
Trainer-Karriere
81-83 und 84-87 ÖSV-Trainer/C-Kader Sprunglauf
83-84 Deutschlands Nationaltrainer Nordische Kombination
87-89 Frankreichs Nationaltrainer Sprunglauf
90-99 Lehrer und Trainer am Skigymnasium Stams (und selbstständiger Unternehmer)
ab 99 ÖSV-Cheftrainer Sprunglauf
